Der Longinus Spucht hub ein anderes Räuberlied an.
»'s gibt kein schönres Leben auf Erden
in der weit und breiten Welt,
als ein Straßenrauber werden,
morden um das liebe Geld.«
Die Musikanten setzten an, und Jauchzen und Gepolter verdeckten seine grobe Stimme. Alles drängte zum Tanz.
Als sich der Wirt wieder allein spürte, hob er gemächlich den Holzschlägel, womit er sonst die Piepe in die Fässer trieb, und schlug ihn dreimal dröhnend an die Bodenstiege. Dann gellte er in die Stube: »Leut, frisch angezapft hab ich!« und schenkte wieder aus dem alten Faß.
Der Grazian huschte heran und trank. »Jetzt ist das Bier viel besser.«
Der Spucht wischte sich erquickt den feuchten Bart. »Das Bier hat Kraft,« lobte er, »es raucht einem zur Nase heraus.«
»Wirt, bring eine Zange her!« begehrte der Igelbauer. »Am Türstock steht ein Nagel heraus, die Burgermeisterin hat sich dran den Kittel zerrissen.«
Doch der Lukas Schellnober hüpfte von seinem hohen Sitz herab und riß den Nagel mit den blanken Zähnen so gründlich heraus, daß schier der Türstock mitging.
Alle staunten über die Gewalt, und der Lukas Schellnober stand da, stark wie ein Hebebaum.
Nur der Dullhäubel winkte geringschätzig. »Mein Ähnel hat eine Pflugschar auseinander gebrochen und einen eisernen Haken mit dem kleinen Finger in die Mauer getrieben.«