Der Dullhäubel schmeckte die Gefahr. »Nix für ungut!« schmeichelte er. »Was stellt ihr euch gegen mich? Reibt euch an dem Müllner! Der sagt allweil, in Blaustauden sind lauter rotaugige Menscher.«
»Traut dem Kasper nit, er hat zwei Zungen in der Gosche,« warnte der Öchseltreiber Mathes aus Grillenöd.
»Die Grillnöder rühren sich,« spottete der Dullhäubel. »Ist das wahr, Mathes, daß bei euch alle stehlen, nur der heilige Sebastian in der Kapelle nit? Der ist angebunden.«
Der Bauer hatte die Lacher auf seiner Seite. Und der Lippenlix zwirbelte den schönen Bart und bekräftigte: »Die Grillnöder sind bekannt. Wenn sie Kirchweih haben, müssen sie in den andern Dörfern den Stall zusperren.«
»Der Kasper setzt den Hut auf, wie der Wind hergeht, einmal so, einmal anders,« greinte der Öchseltreiber, fand aber kein Gehör.
»Sing uns das Fuxloher Lied, Kasper!« verlangten die aus Blaustauden.
Da krähte der Dullhäubel den Spott über sein Dorf.
»Von hint bin ich fürher,
vom schwarzen Laib Brot,
kein weißes Brot eß ich nit,
da brennt mich der Sod.«
Dem Burgermeister schlug die Röte in den Kopf. »Du bist wie der Wiedehopf, Kasper, der beschmeißt auch das eigene Nest.«
»Dreiunddreißig Menscher hab ich,« rief der Dullhäubel, »alle Jungfern von Fuxloh gehören mir, und alle Weiber sind mein gewesen.«