Die Wirtin stieg auf einen Tisch und sprengte jammernd Weihwasser über den Kampf; aber die Tropfen halfen nichts, es hätte einer Feuerspritze bedurft. Alles packte zu. Worte flogen hin und zurück, spitz und scharf, wie wenn Stahl in den Stein beißt. Die Kartenspieler hatten ihre Trümpfe weggeworfen und tauchten in dem Wirbel unter.
Der Dullhäubel trank indes im Vorhaus ruhig seinen Krug aus, wischte sich den Schnauzbart und ging, ohne zu zahlen, heim.
Der Müller faßte den Lippenlix und drückte ihn ins Knie. »Ich schwing dich, ich lupf dich!« keuchte er.
»Blut mußt du rotzen!« trotzte der Lix.
Ein Stuhl krachte auf einen Schädel. Krüge wurden geschwungen, flogen, trafen, splitterten. Aus den Knäueln, die sich auf der Erde wälzten, tauchten Beine auf und strampelten. Einer schrie immer wieder: »Das ist heut eine Hetz! Das ist eine Hetz!«
»Alle miteinander jag ich euch auf den Baum hinauf!« drohte der Spucht und floh zum Haus hinaus.
»Ich hol den Schergen,« weinte, kreischte, brüllte, winselte der Wirt. Seine heiseren Schreie gingen unter.
Die Spielleute sprangen von der Bühne in die Schlacht hinab und taten mit. Nur der riesige Baßbläser schlief seelenruhig und entrückt auf seiner Höhe.
Das Getümmel wälzte sich hin und her, die Streiter redeten nimmer. Auf einmal wuchs der Lippenlix aus dem Wirrwarr heraus, mit dem Bierschlägel schlug er die Lampe von der Decke. Da war es stockhimmelfinster.