Nach den Erläuterungen, welche der Händler zuvor über die Principien seiner Menschlichkeit gegeben hatte, fühlte sich Mr. Shelby durch diese Erklärungen nicht sonderlich beruhigt; allein da sie die einzige Beruhigung waren, die er finden konnte, so ließ er den Händler schweigend gehen und suchte Zerstreuung in einer einsamen Cigarre.

Fünftes Kapitel.

Die Gefühle lebenden Eigenthums unter wechselnden Besitzern.

Mr. und Missis Shelby hatten sich am Abend in ihr Zimmer zurückgezogen. Er streckte sich in einem großen, bequemen Armstuhle und las einige Briefe, die mit der Nachmittagspost angekommen waren, während sie vor dem Spiegel stand und die verwickelten Flechten und Locken wieder glatt bürstete, welche Elisa zuvor gemacht hatte; denn als ihr die bleichen Wangen und verweinten Augen derselben zu Gesicht gekommen waren, hatte sie sie von ihren Dienstgeschäften für diesen Abend entbunden und sie zu Bett geschickt. Ihre gegenwärtige Beschäftigung erinnerte unwillkührlich an die Unterhaltung dieses Morgens mit ihrer Dienerin. Indem sie sich deßhalb zu ihrem Manne umwandte, sagte sie nachlässig:

„Sage mir doch, lieber Arthur, wer war denn der ordinaire Mensch, den Du heut an unsern Mittagstisch zogst?“

„Haley ist sein Name,“ sagte Shelby, sich unbehaglich in seinem Stuhle umwendend und seine Augen unverwandt auf den Brief gerichtet haltend.

„Haley! Bitte, sage mir, was ist er denn? und was mag er denn nur für Geschäfte hier gehabt haben?“

„Nun, s'ist ein Mann, mit dem ich einige Geschäfte gemacht hatte, als ich zum letzten Male in Natchez war,“ sagte Mr. Shelby.

„Und deßhalb machte er sich's hier so bequem und kam und lud sich zum Mittagessen ein, – ja?“

„Nein, ich lud ihn ein; ich hatte einige Rechnungen mit ihm abzumachen,“ sagte Shelby.