„Und nun noch,“ – sagte Elisa, während sie in der Thür stand, „ich sah und sprach noch diesen Nachmittag meinen Mann, als ich keine Ahnung von dem hatte, was kommen würde. Sie haben ihn ganz niedergetreten, und er sagte mir heut', daß er entfliehen wolle. Bitte, seht zu, ihm Nachricht zu geben. Sagt ihm, wie ich gegangen bin, und warum; und sagt ihm, daß ich versuchen wolle, Canada zu erreichen. Ihr müßt ihm meinen Gruß bringen, und ihm sagen, im Fall ich ihn nie wieder sehen sollte,“ – hier wandte sie sich um, und stand einen Augenblick lang Jenen mit dem Rücken zugewandt; dann fügte sie mit heiserer Stimme hinzu: „ihm sagen, daß er immer gut sein möge, – um mich im Himmel wieder zu sehen.“
„Ruft Bruno herein,“ fügte sie hinzu. „Macht die Thür vor ihm zu, gutes Thier! Er darf nicht mit mir gehen!“
Einige Worte und Thränen noch, ein einfaches Lebewohl, und ihr verwundertes, erschrecktes Kind in ihre Arme drückend, schlich sie leise davon.
Sechstes Kapitel.
Die Entdeckung.
Mr. und Mrs. Shelby fanden in Folge der langen Besprechung am Abend nicht sehr bald ihren Schlaf, und schliefen deßhalb am nächsten Morgen etwas länger als gewöhnlich.
„Ich wundre mich, wo Elisa bleibt,“ sagte Mrs. Shelby, nachdem sie die Glocke mehrmals vergeblich gezogen hatte.
Mr. Shelby stand vor seinem Toilettenspiegel, und wetzte sein Rasirmesser, und grade in diesem Augenblicke öffnete sich die Thür, und ein farbiger Knabe brachte das Rasirwasser herein.
„Andy,“ sagte seine Mistreß, „geh' an Elisa's Thür, und sage ihr, daß ich schon dreimal geschellt habe. Armes Wesen!“ fügte sie seufzend hinzu.
Andy kehrte bald zurück, aber mit Augen, die vor Erstaunen weit aufgerissen waren.