„Elisa, Mädchen, was ist heut mit Dir?“ fragte ihre Herrin, als Elisa das Waschbecken ausgeschüttet, die Wasserkaravine umgestoßen hatte, und endlich ihrer Herrin in voller Gedankenlosigkeit ein langes Nachthemde an Stelle des seidenen Kleides brachte, welches sie ihr aufgetragen hatte, aus der Garderobe zu holen.
Elisa erschrack, und kam zur Besinnung. „O Mistreß!“ sagte sie, indem sie ihre Augen aufschlug, und dann in Thränen ausbrechend, sich schluchzend auf einen Stuhl niedersetzte.
„Elisa, Kind, was fehlt Dir?“ fragte ihre Herrin.
„O Mistreß, Mistreß,“ sagte Elisa, „ein Sklavenhändler ist bei dem Herrn im Zimmer, und hat mit ihm gesprochen. Ich hörte ihn.“
„Nun, dummes Mädchen, wenn auch, was ist's weiter?“
„O Mistreß, glauben Sie, daß der Herr meinen Harry verkaufen könnte?“ Und das arme Wesen fiel von Neuem in einen Stuhl, und begann convulsivisch zu schluchzen.
„Ihn zu verkaufen! Nein, albernes Mädchen! Du weißt, daß Dein Herr nie mit diesen südlichen Händlern Geschäfte macht, und nicht Willens ist, je einen seiner Dienstboten zu verkaufen, so lange diese sich gut betragen. Wer denkst Du denn, thörichtes Kind, würde Deinen Harry kaufen wollen? Glaubst Du denn, daß die ganze Welt in ihn so vernarrt ist, wie Du, Gänschen? Komm her, sei munter, und hake mein Kleid zu. Nun lege mein Haar in die hübsche Flechte, die Du vor ein paar Tagen gelernt hast, und horche nie wieder an den Thüren.“
„Ja, aber nicht wahr, Mistreß, Sie würden nie Ihre Einwilligung dazu geben, daß – daß –“
„Dummes Zeug! Kind. Gewiß, nimmer. Wozu sind diese Schwatzereien? Eben so wenig, wie daß eins meiner Kinder verkauft würde. Aber wahrhaftig, Elisa, Du wirst mir beinahe zu stolz auf den Buben. Kein Mensch darf seine Nase zur Thüre hinein stecken, ohne daß Du glaubst, Dein Bube soll verkauft werden.“
Beruhigt durch den zuversichtlichen Ton ihrer Herrin fuhr Elisa flink und gewandt mit ihren Toilettengeschäften fort, und lachte selbst über ihre Befürchtungen.