»Was denken Sie?« sagte Marie zu Miß Ophelien.

»Das ist Sache des Geschmackes,« entgegnete Miß Ophelia. »Sie können darüber besser urtheilen als ich.«

»Die Sache ist die,« sagte Marie, »daß ich kein einziges Kleid habe, was ich tragen kann; und da ich hier das Haus und Alles verkaufen, und nächste Woche fortgehen will, so muß ich mich zu Etwas entschließen.«

»Gehen Sie schon so bald?«

»Ja. St. Clare's Bruder hat geschrieben, daß er und der Anwalt es für am zweckmäßigsten hielten, die Mobilien und die Sklaven zu verkaufen, und das Grundstück dem Anwalte zur Verwaltung zu überlassen.«

»Ich möchte gern über einen Gegenstand mit Ihnen sprechen,« sagte Miß Ophelia. »Augustin versprach Tom seine Freiheit, und begann die Einleitung der dazu erforderlichen, gesetzlichen Förmlichkeiten. Ich hoffe, daß Sie Ihren Einfluß benutzen werden, um seine Freilassung zu vollenden.«

»Wirklich? Ich habe nicht die Absicht, etwas Derartiges zu thun!« sagte Marie mit scharfem Tone. »Tom ist einer der werthvollsten Sklaven der ganzen Besitzung — das geht unmöglich an. Ueberdies, wozu braucht er seine Freiheit? Er ist so viel besser daran.«

»Aber er sehnt sich so sehr danach, und sein Herr hat sie ihm versprochen,« entgegnete Miß Ophelia.

»O freilich, er sehnt sich danach,« sagte Marie. »sie sehnen sich Alle danach, weil sie ein unzufriedenes Geschmeiß sind, und immer danach verlangen, was sie nicht besitzen. Es ist durchaus gegen meine Grundsätze, irgend Einen frei zu lassen. So lange ein Neger unter einem Herrn ist, befindet er sich wohl, und thut gut; aber sobald man ihn freiläßt, wird er faul, will nicht mehr arbeiten, fängt an zu trinken, und wird gemein und nichtsnutzig. Habe das hundertmal gesehen; 's ist gar keine Wohlthat für sie, freigelassen zu werden.«

»Aber Tom ist so ordentlich, so fleißig und so fromm!«