»Wollte mich hüten; jemals einen von St. Clare's Leuten zu kaufen! verdirbt alle seine Nigger, — sind unverschämt wie der Teufel!« sagte der Andere.

»Fürchte mich nicht davor!« sagte der Erstere. »Wenn ich sie habe, will ich ihnen bald ihre Manieren abgewöhnen, — sollen bald wissen, daß sie mit einem andern Master zu thun haben, als mit Monsieur St. Clare. Mein Wort, ich kaufe den Burschen; — er gefällt mir.«

»Du wirst sehen, es kostet Dich Alles, was Du hast, um ihn zu halten; — er ist teufelsmäßig ausschweifend.«

»Ja, aber Mylord wird sehen, daß er bei mir nicht ausschweifend sein kann. Laß ihn nur erst ein paar Male nach dem Stockhause geschickt und gründlich dressirt sein, — dann wird er schon zur Besinnung kommen! Ich will ihn schon reformiren. — Du sollst es sehen. Ich kaufe ihn, das steht fest!«

Tom hatte inzwischen sinnend die Menge von Gesichtern derer geprüft, die sich um ihn drängten, und nach Einem gesucht, den er seinen Herrn hätte nennen mögen. Wenn Du, lieber Leser, Dich jemals in der Nothwendigkeit befinden solltest, aus zweihundert Männern einen auszuwählen, der Dein unbeschränkter Herr und Eigenthümer werden soll, so würdest Du wie Tom sehen, wie wenige darunter zu finden sind, denen Du Dich bereitwillig zu diesem Zwecke übermachen lassen möchtest. Tom sah eine große Anzahl von Männern vor sich, — große, dicke und finstere; kleine, magere und muntere; lange und dünne, mit harten Gesichtszügen, und jede Abstufung gemeiner Gesichter, die ihren Mitmenschen aufnehmen, wie man Späne aufsammelt, um sie in's Feuer oder in den Korb zu werfen; aber er sah keinen St. Clare.

Kurz vorher, ehe der Verkauf begann, drängte sich ein kurzer, breiter, muskulöser Mann, in einem bunten Hemde, welches auf der Brust weit offen war, und sehr schmutzigen Beinkleidern, durch die Menge, wie Jemand, der eifrig an ein Geschäft gehen will, und begann, als er der Gruppe näher kam, diese systematisch zu untersuchen. Vom ersten Augenblicke, wo Tom ihn sich nähern sah, fühlte er einen unwillkührlichen Schrecken vor ihm, der sich steigerte, je näher er zu ihm kam. Der Mann besaß augenscheinlich, obgleich er klein war, eine gigantische Kraft. Sein runder, kugelförmiger Kopf, seine großen, hellgrauen Augen, mit den zottigen, rothen Augenbrauen, und sein struppiges, sonnverbranntes Haar waren allerdings wenig einnehmende Eigenschaften; sein großer, gemeiner Mund dehnte sich unter großen Tabacksballen, deren Saft er von Zeit zu Zeit mit großer Kraft und Entschiedenheit hinausschleuderte; seine Hände waren unförmlich groß, haarig, sonnverbrannt, fleckig, sehr schmutzig, mit langen Nägeln versehen, und überhaupt in einem ekelhaften Zustande. Dieser Mann begann eine sehr dreiste, persönliche Untersuchung der zum Verkauf aufgestellten Sklaven. Er ergriff Tom beim Kiefer, und riß seinen Mund auf, um seine Zähne zu untersuchen; ließ ihn seinen Aermel aufstreifen, um seine Muskeln zu zeigen, und drehte ihn herum, und ließ ihn springen, um seine Gelenkigkeit zu prüfen.

»Wo bist Du aufgebracht worden?« fragte er kurz nach diesen Untersuchungen.

»In Kentucky, Master,« sagte Tom, sich wie nach Hülfe umschauend.

»Was hast Du da gethan?«

»Habe Master's Farm verwaltet,« entgegnete Tom.