Plötzlich schlug die fremde Frau, die wir geschildert haben, und die im Laufe der Arbeit nahe genug an Tom heran gerückt war, um seine Worte hören zu können, ihre tiefen, schwarzen Augen auf, richtete sie auf Tom eine Sekunde lang, und nahm aus ihrem Korbe eine Quantität Baumwolle, und that sie in den seinigen.

»Du kennst diesen Ort nicht,« sagte sie, »sonst würdest Du das nicht gethan haben. Wenn Du erst einen Monat hier gewesen bist, wirst Du Niemanden mehr helfen wollen, — wirst es schwer genug finden, für Deine eigene Haut zu sorgen.«

»Gott bewahre, Missis!« rief Tom, während er sich unwillkührlich gegen seine Mitarbeiterin auf dem Felde der Höflichkeitsform bediente, welche nur gegen die Personen höheren Standes üblich war, bei denen er gelebt hatte.

»Gott ist nie an diesen Orten,« entgegnete die Frau, während sie gewandt mit ihrer Arbeit fortfuhr, und das verächtliche Lächeln wieder um ihre Lippen spielte.

Allein die Handlung der Frau war von dem Treiber in einiger Entfernung wahrgenommen worden, und mit geschwungener Peitsche kam er deßhalb auf sie zu.

»Was? was?« rief er ihr mit triumphirender Miene zu, »Du — betrügen? bist jetzt unter mir, — nimm' Dich in Acht, oder Du sollst es kriegen.«

Ein Glanz wie Wetterleuchten fuhr plötzlich aus ihren schwarzen Augen, und sich mit bebenden Lippen umwendend, schoß sie einen wüthenden Blick auf den Treiber.

»Hund!« rief sie, »berühre mich, wenn Du es wagst! Noch habe ich Macht genug, um Dich von den Hunden zerreißen, lebendig verbrennen, oder in Stücke zerschneiden zu lassen. Es kostet mich nur ein Wort!«

»Wozu bist Du denn hier, zum Teufel?« sagte der Mann, augenscheinlich eingeschüchtert, sich einige Schritte zurückziehend. »Meinte nichts Böses, Misse Cassy!«

»So entferne Dich von mir!« sagte die Frau. Und in der That schien der Mensch sehr geneigt, sich am andern Ende des Feldes ein Geschäft zu suchen, denn er zog sich sofort in möglichster Eile zurück.