»O guter Gott! Sieh' herab, — verleihe mir den Sieg, — den Sieg über Alles!« betete der arme Tom in seiner Todesangst.

Ein menschlicher Fußtritt wurde plötzlich im Zimmer gehört, und das Licht einer Laterne fiel auf seine Augen.

»Wer ist da? O um des Herrn willen, reicht mir ein wenig Wasser!«

Die Frau Cassy — denn sie war es — setzte die Laterne nieder, goß Wasser aus einer Flasche, erhob seinen Kopf, und gab ihm zu trinken. Noch einen Becher, und noch einen leerte er in seinem fieberischen Durste.

»Trink so viel Du willst,« sagte sie, »ich wußte schon, wie es sein würde! 's ist nicht das erste Mal, daß ich in der Nacht ausgegangen bin, um solchen Leuten, wie Du jetzt bist, Wasser zu bringen.«

»Dank' Euch, Missis,« sagte Tom, nachdem er getrunken hatte.

»Nenne mich nicht Missis! Ich bin eine elende Sklavin, gleich Dir, — eine niedrigere, als Du je werden kannst!« sagte sie in bitterem Tone; »aber nun,« fügte sie hinzu, an die Thür gehend, und einen kleinen Strohsack hereinziehend, über welchen sie leinene, in kaltes Wasser getauchte Tücher gelegt hatte, »versuche es, mein armer Bursche, Dich auf diesen Sack zu rollen.«

Steif von Wunden und Quetschungen brauchte Tom lange Zeit, ehe er diese Bewegung vollbrachte; dann aber empfand er eine merkliche Erleichterung durch die kühlenden Umschläge auf seinen Wunden.

Die Frau, welche durch eine lange Praxis an den Opfern der Rohheit manche heilende Künste erlernt hatte, legte mehrfache Verbände auf Toms Wunden, welche ihm Linderung seiner Schmerzen bereiteten.

»Nun,« sagte die Frau, nachdem sie ihm noch eine Rolle schadhafter Baumwolle als Kissen untergelegt hatte, »das ist Alles, was ich für Dich thun kann.«