»Weiß nicht, Master, will vielleicht fortlaufen.«
»Möchte ihn das versuchen sehen,« sagte Legree mit wildem Grinsen; »nicht wahr, Sambo?«
»Ja, ich glaube! Ha! ha!« sagte der schwarze Gnom, indem er dienstpflichtig lachte. »O Herr, der Spaß! Ihn im Schlamme stecken, durch die Büsche jagen und reißen zu sehen, die Hunde an den Fersen! Herr, ich lachte, daß ich dachte, ich sollte platzen, damals, als wir Molly fingen. Ich dachte, sie hätten ihr alles Zeug vom Leibe gerissen, ehe ich sie von ihr kriegen konnte. Sie hat noch immer die Male von dem Spasse.«
»Ich glaube, sie wird sie mit ins Grab nehmen,« sagte Legree. »Aber jetzt, Sambo, pass' auf! Wenn der Neger dergleichen im Schilde hat, stelle ihm ein Bein.«
»Herr, laßt mich dafür sorgen!« sagte Sambo. »Ich will den Affen fangen.«
Das wurde gesprochen, als Legree auf sein Pferd stieg, um zur benachbarten Stadt zu reiten. Als er jenen Abend zurückkehrte, fiel es ihm ein, sein Pferd umzudrehen und um die Hütten zu reiten und zu sehen, ob Alles in Ordnung sei.
Es war eine prächtige Mondnacht; die Schatten der schönen Pomeranzenbäume lagen scharf gezeichnet auf den Rasen, und es herrschte jene durchsichtige Stille in der Luft, deren Störung unheilig erscheint. Als Legree in geringer Entfernung von den Hütten war, hörte er eine Stimme singen. Es war kein gewöhnlicher Gesang, und er hielt deshalb an, um zu horchen. Eine klangvolle Tenorstimme sang:
»Wenn ich mein Recht klar lesen kann
Auf himmlischen Besitz,
So kommt mich keine Furcht mehr an,
Und scheu' ich nicht der Hölle Blitz.«
»Und ringt mit Erdenlust mein Geist
Und fliegt der Hölle Pfeil,
Mein Heiland, Satan von mir weist,
Und schützt mein Seelenheil.«
»Kömmt Sorge wie 'ne Sündfluth an,
Und Unglücksstürme wehn,
Komm ich doch nicht von meiner Bahn,
Die kann ich deutlich sehn.«