Legree floh außer sich in das Wohnzimmer, wohin ihm in Kurzem Cassy folgte, blaß, ruhig, kalt wie ein Rachegeist und mit demselben furchtbaren Feuer im Auge.
»Ihr seid hoffentlich befriedigt,« sagte sie.
»Hol' Dich der Teufel, Cass'!« sagte Legree.
»Warum?« sagte Cassy. »Ich ging bloß hinauf und schloß die Thür zu. Was denkt Ihr, daß das zu bedeuten hat auf der Bodenkammer, Simon?« sagte sie.
»Das geht Euch nichts an!« sagte Legree.
»Nicht? Nun,« sagte Cassy, »ich bin jedenfalls froh, daß ich nicht darunter schlafe.«
Cassy, die vorhergesehen hatte, daß sich diesen Abend ein Sturm erheben werde, war oben gewesen und hatte das Bodenfenster geöffnet. Natürlich hatte im Augenblick, als die Thür aufgemacht wurde, der Wind nach unten hin Zug verursacht und das Licht ausgelöscht.
Dies kann als Probe des Spiels dienen, welches Cassy mit Legree trieb, bis er eher seinen Kopf in des Löwen Rachen gesteckt, als die Bodenkammer untersucht hätte.
Inzwischen hatte Cassy bei Nacht, wenn Alles schlief, langsam und sorgfältig daselbst eine Niederlage von Lebensmitteln angelegt, die hinreichend war, um eine Zeit lang Nahrung zu gewähren, und sie brachte einen großen Theil ihrer und Emmelinens Kleidung stückweise dahin. Als Alles angeordnet war, wartete sie nur auf eine passende Gelegenheit, ihren Plan in Ausführung zu bringen.
Indem Cassy Legree schmeichelte und einzelne gutmüthige Momente benutzte, hatte sie denselben bewogen, sie mit sich zur benachbarten Stadt zu nehmen, welche dicht am »Red River« lag. Mit einem zu fast übernatürlicher Helle geschärften Gedächtnisse merkte sie jede Wendung des Weges und berechnete im Geiste die Zeit, welche erforderlich sei, denselben zurückzulegen.