»Ich wollte Dich verhindern, ohnmächtig zu werden,« sagte Cassy, »und es gelang mir. Und jetzt sage ich Dir, Emmeline, Du mußt Dich entschließen, nicht ohnmächtig zu werden, komme, was da wolle; das ist ganz und gar nicht nöthig. Wenn ich Dich nicht davon abgehalten hätte, so wärst Du jetzt schon in den Händen jenes Elenden.«
Emmeline schauderte.
Beide schwiegen. Cassy beschäftigte sich mit einem französischen Buche, und Emmeline, von Erschöpfung übermannt, schlummerte ein und schlief einige Zeit. Plötzlich wurde durch sie lautes Schreien und Rufen, durch Getrampel von Pferden und Bellen von Hunden erweckt, und fuhr mit einem leisen Schrei empor.
»Die Jagdpartie kommt nun zurück,« sagte Cassy kalt; »fürchte nichts. Schau' durch dieses Astloch. Kannst Du sie nicht Alle unten sehen? Simon muß es für diesen Abend aufgeben. Sieh', wie schmutzig sein Pferd ist, wie mißmuthig die Hunde aussehen. Ach, mein guter Herr, Ihr müßt die Hetze wieder und wieder versuchen — das Wild ist nicht da.«
»O, sprecht nicht!« sagte Emmeline; »wie, wenn man Euch hörte?«
»Wenn sie irgend etwas hören sollten, so würden sie sich nur um so mehr vorsehen, von hier weg zu bleiben,« sagte Cassy. »Keine Gefahr; wir können so viel Lärm machen, als wir wollen, und es wird nur um so mehr Wirkung haben.«
Endlich legte sich die Stille der Mitternacht über das Haus, und Legree, sein Unglück verfluchend, und schreckliche Rache für den folgenden Tag gelobend, ging zu Bette.