Ja, Legree; aber wer wird jene Stimmen in Deiner Seele zum Schweigen bringen, — jener Seele, ohne Reue, ohne Gebet, ohne Hoffnung, in welcher das Feuer schon brennt, welches nie gelöscht werden wird.
Tom war jedoch noch nicht ganz dahin. Seine wundervollen Worte und frommen Gebete hatten die Herzen der entmenschten Schwarzen getroffen, welche die Werkzeuge der an ihm verübten Grausamkeit gewesen waren; und den Augenblick, als sich Legree zurückzog, nahmen sie ihn ab und suchten ihn in ihrer Unwissenheit zum Leben zurückzurufen — als wenn das eine Wohlthat für ihn gewesen wäre.
»Wir haben wahrhaftig 'was schrecklich Böses gethan!« sagte Sambo; »ich hoffe, Master hat dafür Rechenschaft zu geben, — nicht wir.«
Sie wuschen seine Wunden — bereiteten ihm ein rohes Bett von schadhafter Baumwolle — und Einer von ihnen schlich nach dem Hause und erbat sich einen Schluck Brandwein von Legree, unter dem Vorgeben, daß er ermattet sei und ihn für sich brauche. Er brachte denselben zurück und flößte ihn Tom in den Mund.
»O, Tom!« sagte Quimbo, »wir haben sehr schlecht gegen Dich gehandelt!«
»Ich vergebe Euch mit ganzem Herzen!« sagte Tom mit schwacher Stimme.
»O, Tom! sag uns, wer Jesus ist?« sagte Sambo, »— Jesus, der die ganze Nacht bei Dir gestanden hat! Wer ist 's?«
Das Wort erweckte den sinkenden, ohnmächtigen Geist. Ueber seine Lippen strömten einige kräftige Sprüche jenes Wunderbaren — von seinem Leben, seinem Tode, seiner ewigen Gegenwart, und seiner Macht zu erlösen.
Sie weinten — die beiden rohen Menschen.
»Warum habe ich das noch nie gehört?« sagte Sambo; »aber ich glaube! — ich kann nicht anders! Herr Jesus, erbarme Dich unser.«