»O Miß Eva! o Miß Eva! ich wollte, ich wäre auch todt!«

Es lag eine solche Wildheit und ein so schneidender Schmerz in diesem Weinen, daß das Blut in St. Clare's marmorweiße Wangen stieg, und seit Eva's Tode die ersten Thränen wieder in seine Augen traten.

»Steh' auf, Kind,« sagte Miß Ophelia mit sanfter Stimme, »weine nicht so heftig. Miß Eva ist im Himmel, und ist nun ein Engel!«

»Aber ich kann sie nicht sehen!« sagte Topsy. »Ich werde sie nie wieder sehen!« und ihr Schluchzen begann von Neuem.

St. Clare und Ophelia standen einen Augenblick schweigend da.

»Sie sagte, sie hätte mich lieb,« fuhr Topsy fort, — »ja! o Herr! o Herr! nun ist Niemand da! — Niemand!«

»Das ist wahr genug,« sagte St. Clare, und fuhr dann zu Miß Ophelien gewendet fort: »aber bitte, sieh' zu, ob Du nicht das arme Wesen beruhigen kannst.«

Miß Ophelia hob sie sanft, aber fest auf, und führte sie aus dem Zimmer; aber, während sie es that, fielen auch aus ihrem Auge einige Thränen nieder.

»Topsy, Du armes Kind,« sagte sie, als sie sie in ihr eignes Zimmer führte, »verzweifle nicht! Ich kann Dich lieb haben, obgleich ich nicht so bin, wie jenes theure Kind. Ich hoffe, ich habe etwas von der Liebe Christi durch sie gelernt. Ich kann Dich lieben; und ich will Dir beistehen, daß Du als ein gutes, christliches Mädchen aufwachsen mögest.«

Miß Opheliens Stimme drückte mehr aus, als ihre Worte, und mehr noch, als jene, sagten die aufrichtigen Thränen, die über ihre Wangen niederrollten. Und von diesem Augenblicke an erlangte sie einen Einfluß auf den Geist dieses verlassenen Kindes, den sie nie wieder verlor.