»Wie, Tom, hättest Du durch Deine eigene Arbeit Dir solche Kleider und solchen Unterhalt verdienen können, wie ich Dir gegeben habe?«
»Weiß das, Master St. Clare; Master ist zu gut gewesen; aber, Master, ich will lieber schlechte Kleider, eine kleine Hütte, und Alles dürftig haben, und es mein nennen, als das Beste haben, was einem Andern gehört. — Ich möchte 's so, Master, — ich denke, 's ist natürlich, Master.«
»Ich denke, Tom, Du wirst ungefähr in einem Monat gehen, und mich verlassen können,« sagte St. Clare etwas unzufrieden. »Aber warum solltest Du 's auch nicht? — kein Mensch kann es sagen,« fuhr er plötzlich in heiterem Tone fort, und stand auf, und begann im Zimmer auf und abzugehen.
»Nicht, so lange Master St. Clare unglücklich ist,« sagte Tom. »Ich will bleiben, so lange Master mich nöthig hat, und ich von Nutzen sein kann.«
»Nicht, so lange ich unglücklich bin, Tom?« sagte St. Clare, traurig durch das Fenster blickend. — — »Und wann glaubst Du, daß mein Unglück aufhören werde?«
»Wenn Master St. Clare ein Christ ist,« sagte Tom.
»Und Du gedenkst wirklich hier so lange zu bleiben, bis dieser Tag kommt?« sagte St. Clare halb lächelnd, während er sich vom Fenster abwandte und seine Hand auf Tom's Schulter legte. »O Tom, Du guter, thörichter Bursche! Ich will Dich nicht bis zu dem Tage halten. Geh' heim zu Deinem Weibe und Deinen Kindern, und grüße sie alle von mir.«
»Ich weiß gewiß, daß dieser Tag kommen wird,« sagte Tom mit Wärme und mit Thränen in den Augen; »der Herr hat ein Werk für Master.«
»Ein Werk, wie?« sagte St. Clare; »wohl, Tom, so gib mir Deine Ansichten darüber, von welcher Art das Werk sein könne; — laß mich hören.«
»Wenn ein armer Mensch wie ich sogar ein Werk für den Herrn verrichten kann, — wie viel mehr kann Master St. Clare, der Gelehrsamkeit hat, und Reichthümer und Freunde, für den Herrn wirken!«