»Sie hat 'was gestohlen!« rief Rosa.

»'s ist nicht wahr!« schrie Topsy, leidenschaftlich schluchzend.

»Gib es mir, was es auch immer sein möge!« sagte Miß Ophelia mit Festigkeit.

Topsy zauderte; aber nach einem zweiten Befehle zog sie aus ihrem Busen ein Paket hervor, welches in den Fuß eines ihrer alten Strümpfe gewickelt war. Miß Ophelia öffnete es. Es zeigte sich ein kleines Buch, welches Topsy von Eva erhalten hatte und welches einen einzelnen Vers enthielt, der für alle Tage des Jahres eingerichtet war, und in einem Papiere die Haarlocke, die Eva ihr an jenem denkwürdigen Tage gegeben, an dem sie von Allen Abschied genommen hatte.

St. Clare fühlte sich heftig ergriffen beim Anblicke derselben. Das kleine Buch war in einen langen Streifen schwarzen Krepp's gewickelt, der beim Leichenbegängniß benützt worden war.

»Warum hast Du dies um das Buch gewickelt?« fragte St. Clare, den Kreppstreifen emporhaltend.

»Weil — weil — weil es von Miß Eva war. O, bitte, nehmen Sie's nicht fort!« sagte sie, und setzte sich nieder auf den Fußboden, zog ihre Schürze über den Kopf und begann heftig zu weinen.

Es war eine sonderbare Mischung des Pathetischen und Komischen, — der kleine, alte Strumpf, — schwarzer Krepp — das Textbuch — sanftes, blondes Haar, — und Topsy's heftiger Schmerz.

St. Clare lächelte; aber es schimmerten Thränen in einem Auge, als er sagte: