»O, dieser Tage.«
»Wie aber, wenn Du früher stirbst?«
»Cousine, was meinst Du?« sagte St. Clare, sein Papier niederlegend und sie ansehend. »Glaubst Du, daß ich Symptome des gelben Fiebers oder der Cholera zeige, daß Du mit solchem Eifer von Verfügungen für meinen Todesfall sprichst?«
»»Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen,«« recitirte Ophelia.
St. Clare erhob sich, legte nachlässig seine Zeitung fort und trat in die offene Thür der Veranda, um einer Unterhaltung ein Ende zu machen, die ihm nicht angenehm war. Mechanisch wiederholte er das Wort — »Tod!« — und während er sich gegen das Geländer lehnte, und das Steigen und Fallen des Wassers im Springbrunnen beobachtete, und die Bäume und Blumen des Hofes wie durch einen feuchten Nebel betrachtete, wiederholte er wieder und wieder das Wort, welches in jedem Munde so gewöhnlich und doch von so furchtbarer Gewalt ist — »Tod!« »Sonderbar,« sagte er, »daß es ein solches Wort und einen solchen Gegenstand giebt, deren wir nie eingedenk sind; daß man heut lebendig, warm, schön, voll von Hoffnungen und Wünschen und morgen für immer dahin sein kann!«
Es war ein warmer, sonniger Abend, und als er zum andern Ende der Veranda ging, gewahrte er Tom, welcher eifrigst mit seiner Bibel beschäftigt war, jedes Wort mit dem Finger verfolgte, und sich selbst mit ernster Miene zuflüsterte.
»Soll Dir wohl ein Stückchen lesen, Tom?« sagte St. Clare, sich nachlässig an seine Seite setzend.
»Wenn Master so gut sein wollte,« sagte Tom dankbar, »Master macht es so viel deutlicher.«
St. Clare nahm das Buch, und begann eine jener von Tom mit großen Zeichen markirten Stellen zu lesen: Sie lautete folgendermaßen: