Am Abend kommt der kleine Husar, um zu sehen, ob die Mutter wirklich gemietet hat. Er schaut sie ganz erstaunt an, weil sie schon so behaglich dasitzt. Die Frau und die Tochter kommen herein und sehen sich den jungen Freiwilligen an.
„Noch ein bißchen schmal über der Brust! Aber das macht nichts. Wenn ein Jahr vorüber ist, wird er ganz anders aussehen.“
Dann fällt ihr plötzlich wieder ein, daß man nicht in normalen Zeiten lebt, und sie schlägt sich mit der Hand vor die Stirn. „Man vergißt immer wieder, daß Krieg ist, daß alles ganz anders geworden ist,“ sagt sie trostlos. „Das kommt, weil wir ja sonst gewohnt sind, die jungen Leute für ein ganzes Jahr zu haben. Jetzt mag man sich gar nicht ausdenken, was über ein Jahr sein wird.“
Der kleine Hiller sieht ihr belustigt nach, als sie geht.
„Glaubst du, daß es dir hier gefallen wird?“ fragt er die Mutter.
„Ja,“ sagt sie, und sagt es aus sehr freiem und frohem Herzen.
Das Gefühl der Heimatlosigkeit ist fort; sie wird ein paar gute Tage hier haben, bevor die große, dumpfe Einsamkeit kommt.
Der Junge setzt sich dicht zu ihr heran und erzählt allerlei aus der Kaserne. Fräulein Else, die Tochter, deckt den Tisch, denn die beiden Frauen haben sich entschlossen, ihren Gast in volle Pension zu nehmen. Mutter und Sohn sitzen an diesem Abend genau so traulich beisammen, wie sie es all die Jahre hindurch in Berlin gewohnt waren.
Die Großmutter schreibt einen Brief: