Fräulein Else hat die große Lampe angezündet, und die Augen all der Frauen sehen in Frau Hillers Gesicht.

Die hat eine Sekunde lang die Hand über die Augen gelegt.

Fräulein Else liegt in einer Ecke des Sofas und hat den Kopf in die Arme geworfen. Sie weint laut und schmerzlich auf — sie weint so, wie nur eine weinen kann, die selbst um jemand bangt!

„Und oben liegt die Frau und erwartet jeden Tag das Kind. Wer bringt ihr nur das bei?“

Die Wachtmeisterswitwe sagt in bestimmtem Ton: „Laßt erst das Kind da sein; vorher erfährt sie’s nicht!“ Die Frauen schweigen dazu und sind einverstanden.

Frau Hiller steht neben dem weinenden Mädchen und möchte am liebsten mit ihr weinen. Sie streicht ihr übers Haar, und die Frauen um sie herum beginnen wieder zu sprechen.

Fräulein Else weint und kann sich nicht beruhigen; die leidet wirklich und leidet furchtbar schwer. Frau Hiller möchte wissen, um wen sie leidet, aber sie mag sie nicht fragen.

Leise gleitet sie aus dem Kreis der Frauen hinaus; in ihrem netten Wohnzimmer zittert ein Mondstrahl über Boden und Wand. Drüben liegt schwer und dunkel die Kaserne und wirft große, schwarze Schatten um sich.

Die Wachtmeistersfrau tritt mit der großen Lampe zu ihr ins Zimmer, und Frau Hiller fragt, ohne es eigentlich zu wollen: „Warum weint Ihre Tochter so sehr? Ist sie verlobt?“