„Denk mal, Großmutter,“ sagte sie dann und stockte gleich wieder.

„Nun, was denn?“

„Um halb ein Uhr kam er zurück; ich lag schon zu Bett, konnte aber natürlich nicht schlafen. Er war ganz blaß und aufgeregt, und dann erzählte er, sie seien da in eine Kneipe gegangen, und plötzlich habe einer von ihnen ein Mädchen an den Tisch gebracht, — und dann seien immer mehr gekommen, und auf einmal hätte auch eine neben ihm gesessen.“

Die Großmutter blickte auf, und ein seltsamer Zug lag um ihren Mund: „Na — und?“

„Ja, ich weiß nicht — — sie hat gesagt: ‚Sag’ doch ‚Hannchen‘ zu mir und hat ihn gefragt, ob er immer so ledern wäre, und ist ihm ganz nahegerückt.“

Nun lächelte die Großmutter: „Und weiter?“

„Ich weiß nicht,“ und Maria senkte den Kopf.

„Er tat mir schrecklich leid an jenem Abend; ich glaube, er fühlte sich unglücklich!“

„Das ist Blödsinn, Maria. Ein Junge muß mal was erleben. Sieh mal, Alfred war doch schon mit siebzehneinhalb Jahren Leutnant, da konnte ich ihn doch auch nicht mehr am Rockzipfel haben!“

„Das ist es auch nicht; ich hatte nur das Gefühl, daß der Junge sich um etwas grämte, daß ein großer Zwiespalt in ihm war.“