Zu Hillers Glück gesellt sich ein Kamerad zu ihm, bevor sein Geist sich ganz von den düsteren Grübeleien einfangen läßt.
„Donnerwetter,“ sagt der und streichelt das neue Pferd. „Du bist ein Glückspilz. Du hast jetzt den besten Gaul vom ganzen Beritt. Sag’ mal, hast du vielleicht noch Moneten, dann könnten wir uns einen ‚alten Mann‘ zum Wachen kaufen und gehen in die Kantine.“ Ja, Hiller hat Geld, und der ‚alte Mann‘ ist schnell zur Stelle; aus dem dunstig-warmen, trübselig erleuchteten Stall kommen sie in den lustigen Kantinenraum. In der Kantine vergißt man das Denken und Grübeln ganz von selbst. Hier duftet’s nach kräftigem Essen, Zigarren und Alkohol; hier wird gelacht und gesungen und politisiert.
Hiller ißt und trinkt mit den anderen. Das Schicksal des armen ‚Verbrechers‘ ist vergessen, und da man ihm von allen Seiten zu seinem Fuchs gratuliert, fängt er an, sich über das feine, schnittige Tier zu freuen. —
Am nächsten Tag soll das erste Nachtgefecht stattfinden. Am Tag haben sie schon ein paarmal diese kriegerischen Übungen gemacht, und es war schön und interessant, weil man dabei eine blasse Vorahnung vom Krieg bekam. Nun sollte es zum erstenmal in der Dunkelheit geprobt werden.
‚Vize‘ liest am Morgen die allgemeine Kriegslage vor: Zwei Parteien werden gebildet, wovon die eine den Freund, die andere den Feind darstellt. Der Feind trägt die hohe Pelzmütze, der Freund die kleine Dienstmütze.
Es gilt die Bahn zwischen der altmärkischen Garnison, in der sie sich befinden, und der Nachbarstation gegen feindliche Angriffe zu schützen. Mehrere kleine Posten werden in Abständen von je hundert Metern aufgestellt, und Patrouillen sollen ausgeschickt werden, um Fühlung mit dem Feind zu halten.
Der Feind hat die Aufgabe, die Bahn zu zerstören; das soll durch einen Schuß, der direkt vor dem in der Nacht durchfahrenden D-Zug abzugeben ist, markiert werden. Diejenige der beiden Parteien, die zuerst zur Bahn gelangt und den Schuß abfeuert, geht als Sieger hervor.
Die Husaren werden verteilt, und jeder bekommt seinen Auftrag. Der Wachtmeister sucht sich natürlich wieder Hipp und Hiller aus und dazu einen ‚alten Mann‘, der ihm beim Rekognoszieren helfen soll. Die beiden Freiwilligen haben nichts weiter zu tun, als sich seinen Anordnungen zu fügen und sich gut zu Pferde zu halten.
Um sieben Uhr, als gerade die Dämmerung anfängt, in Dunkelheit überzugehen, reiten sie zu den Kasernentoren heraus: Karabiner über der Schulter — die Lanzen im Arm. Der Feind reitet nach rechts — die mit den Dienstmützen nach links.