„Auch dagegen protestiere ich, Herr Rat!“

„Mit Ihnen ist nicht gut verhandeln,“ lachte Mertens etwas gereizt, „Frau Maria aber wird mir recht geben. Sagen Sie, gnädige Frau, haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie es sein wird, wenn wir nicht siegreich sein sollten? Wenn diese siebenfache Meute uns doch so zu packen kriegt, daß wir am Boden liegen — daß das edle Blut unserer Söhne, Gatten, Väter und Brüder umsonst geflossen ist?“

Maria war bleich geworden: „Ich will mir das nicht vorstellen.“

„Sehen Sie, sagt’ ich es nicht? Sie will sich nicht vorstellen, sie macht die Augen zu. Das ist schön, das ist frauenhaft.“

„Blödsinn!“ rief die Großmutter. „Das ist gar nicht nur frauenhaft! Ein jeder, ob Mann oder Frau, sollte so denken: Siegen oder Untergehen! An Untergehen denkt man nicht gern, also weiß man, daß man siegen muß. Aber nun nehmen Sie Platz, meine Herren, und lassen Sie uns so fröhlich sein, wie man es in dieser Zeit sein kann!“

Mertens hob als erster sein Glas: „Ein Pereat auf das Land der Perfidie!“

Hieronymus zögerte ein wenig, bevor er sein Glas an das der anderen klingen ließ: „Das ist mir ein wenig zu pathetisch.“

„Pathetisch?“ ereiferte sich Mertens. „Ist diese Zeit denn nicht ganz und gar aufs Pathetische gestimmt, und verdienen es diese neidplatzenden Halunken nicht, daß man ihnen zu jeder Stunde des Tages einen Fluch nachschleudert?“

„Das nützt uns nur verdammt wenig, lieber Rat.“