In der 46. Infanteriekaserne spricht man gebrochen deutsch. Ein Unteroffizier empfängt sie und weist ihnen drei große Stuben an — jeder bekommt eine Matratze mit Decken. Zum Kopfkissen rollt man den Mantel zusammen, und die deutschen Wachtmeister teilen ihren Freiwilligen noch mit, daß der Oberst, der schon in Szegedin weilt, für den nächsten Tag bis zum Mittag Urlaub gewährt hat. Dann: Lampe aus — die Decke über die Schultern und Augen zu! Aus ihren Reithosen kommen sie fürs erste nicht heraus.

Am nächsten Mittag beginnt der Pferdekauf. Vorher haben sie sich die Stadt angesehen, haben gegessen und getrunken und haben sich feiern lassen. Famos! Auf diese Weise haben sie ein schönes Stück Welt gesehen!

Der Pferdekauf findet in einem Gutshof, der nicht weit von der Kaserne abliegt, statt. Die Wachtmeister nehmen jeder ihre Freiwilligen zusammen, und während die Ulanen in den Gutshof hineingehen, müssen die Husaren draußen warten.

Es regnet, und es ist kalt; die Straßen sind aufgeweicht, und die Freiwilligen frieren trotz der warmen Mäntel, die sie tragen. Die ungarischen Bauern führen dem deutschen Oberst ihre Pferde vor. Der besieht sich jedes einzelne von allen Seiten, läßt Trab und Galopp laufen und diktiert dann dem Schreiber Alter, Farbe und Geschlecht des Tieres, und für welche Truppengattung es bestimmt werden soll.

Die Ulanen nehmen die Pferde in Empfang und bringen sie zu den Husaren hinaus.

Es sind durchweg temperamentvolle Tiere, die nicht ruhig stehen wollen. Hipp und Hiller, von denen jeder zwei Gäule hat, gehen im Kreise mit ihnen herum. Es ist wirklich keine Kleinigkeit, eine Stunde mit zwei fremden Gäulen herumzulaufen. Aber mit den zwei ist es noch nicht abgetan. Die Ulanen bringen immer neue Tiere heraus. Teufel auch! Mehr als drei kann man doch aber nicht handhaben, besonders wenn die Biester anfangen, kerzengerade in die Höhe zu steigen.

Da — nun hat Hipp schon wieder ein neues. Vier Stück, zum Donnerwetter, das kann gut werden! Auch Hiller bekommt das vierte, und reißt sich doch schon mit den dreien wie ein Toller herum. Dazu prasselt der Regen nieder, und die Gäule stampfen in die Pfützen, daß einem der Kot bis ins Gesicht spritzt.

Gott sei Dank, nun kommt der Oberst heraus — setzt sich in sein Auto und fährt davon.

Die Freiwilligen sind wie in einer Schlacht. Jeder zerrt an den sich aufbäumenden Tieren, und die Wachtmeister schimpfen um sie herum. Das Schlimmste kommt aber noch. Die Tiere müssen gestempelt werden, und in dem Augenblick, da sie das heiße Eisen an ihrem Hals fühlen, sind sie ganz des Teufels.