Da leuchten die Gesichter! „Aber gewiß! Tretet’s ein!“ und man ist traurig, daß man keine Betten hat. Schad’t nichts. Wer so hundemüde ist, schläft auch ohne Betten! Sie verteilen sich auf die Bänke, die an der Wand stehen, und wer keine Bank findet, legt sich auf den Boden; es ist ganz gleichgültig. Die Magd schürt das Feuer im großen Ofen; man hat eine warme Stube und einen Platz, um sich auszustrecken, mehr will er nicht.
Die Wachtmeister lassen ihre Soldaten schlafen, bis der Morgen schon erheblich vorgeschritten ist; der Herr Oberst hat sich erst für elf Uhr angesagt.
Der ungarische Gasthofbesitzer und seine Frau sorgen für ein ordentliches Frühstück. Die neunzig Mann stehen ein wenig verkatert auf, haben aber wieder einen freien Kopf bekommen. Sie trinken Kaffee, essen Bratkartoffeln und Brot und Schinken.
Aus weiter Ferne hört man dumpfes Dröhnen. Serbischer Kanonendonner! Ganz nah’ beim Krieg — ganz nah bei einer tosenden Schlacht sind sie! Wie lang’ noch, dann sind auch sie mitten drin im Kugelregen!
Die Stiefel sind schwer vom dicken Schmutz, aber es lohnt sich nicht, sie zu reinigen, denn hier in Mako sind die Wege noch grundloser als in Szegedin.
Und wieder fängt der Pferdekauf an! Wieder werden die Tiere unter Geschrei und Getose am Bahnhof verladen, und weiter geht’s in drei, vier andere Orte, immer weiter nach Serbien zu. Immer deutlicher hört man den Kanonendonner.
In diesen kleinen Nestern ist’s öd und langweilig — man hat viel Arbeit und schlechtes Nachtlager.
Von Gutshof geht’s zu Gutshof, bis endlich der Bedarf an Pferden gedeckt ist.
Nun zurück nach Deutschland; eine volle Woche sind sie schon unterwegs und seit sieben Tagen nicht aus den Kleidern herausgekommen. In Kiskörös werden die Pferde endgültig verladen; immer sechs in einem Wagen, und in der Mitte liegt eine Schicht Heu, die das Futter für die Gäule und zugleich auch das Nachtlager für den Soldaten, der bei den Pferden schläft, sein soll.
Hipp hat dafür gesorgt, daß er in nächster Nachbarschaft mit seinem Freund Hiller bleibt. Aber diese Nachbarschaft nützt ihnen wenig; wenn sie miteinander sprechen wollen, müssen sie sich die Worte durch die kleinen Fenster ihres Wagens zurufen. Da schläft man lieber, wenn man Zeit zum Schlafen hat. Alle paar Stationen muß man hinaus, um im Tränkeimer Wasser für die Pferde zu holen oder für sich selbst etwas in Empfang zu nehmen. Die übrige Zeit liegt man auf dem Heu ausgestreckt und schläft oder träumt vor sich hin.