In Reih’ und Glied stehen sie auf dem Kasernenhof und staunen, daß außer dem Wachtmeister auch einer von den Offizieren anwesend ist. Sie sehen sich an und wissen nicht, was sie davon halten sollen; es liegt überhaupt irgend etwas Besonderes in der Luft — man hat auf einmal das ganz sichere Gefühl, daß heute noch etwas Großes, Bedeutsames geschehen wird.

Und es kommt wirklich! Es kommt — längst erwartet und ersehnt — und wirkt doch wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

„Also, Freiwillige, nun ist auch für euch der große Tag gekommen!“ ruft der Offizier aus, und die Herzen der Freiwilligen zucken in jäher Freude auf. „Im Osten sind Verstärkungen nötig. Unter unserem großen Feldmarschall werdet ihr kämpfen!“ Da schallt es aus den jungen Kehlen: „Bravo! — Bravo! — Hurra! — Hoch!“

Die Vorgesetzten lassen den Sturm der Begeisterung zur Ruhe kommen. „Wer nicht mit will, der trete vor!“ Aber keiner von den Hundertfünfzig, die hier auf dem Platz stehen, tritt vor.

„Also, alle wollt ihr mit!“ Und es wird abgezählt und die Namen werden verlesen.

„So, nun habt ihr eine halbe Stunde für euch frei! Dann antreten, um eure Ausrüstung in Empfang zu nehmen!“

Sie sind wie die Tollen; ein jeder stürmt, um den Seinen das große Ereignis mitzuteilen. Diejenigen, die in der Stadt wohnen, laufen zu den Eltern hin; die anderen setzen Depeschen auf. Hipp läßt sich’s etwas kosten. Seine Depesche wird so lang wie ein Brief.

Hiller ist zur Mutter ins Zimmer gestürmt und kann kaum sprechen. „Mutter, Mutter — übermorgen geht’s ins Feld!“ Und liegt an ihrem Hals und küßt sie.

„Nicht weinen! Es ist doch so wunderschön, daß es endlich losgeht! Bitte, nicht weinen! Du hast’s doch gewußt, daß es einmal kommen würde!“

Aus der Küche stürzt die Wachtmeistersfrau mit ihrer Tochter herein: „Ja, ist es denn wahr, was die Leute unten erzählen — ziehen Sie denn nun wirklich los?“