„Sieh diesen Reichtum rund um uns, das tut so wohl, solche Fruchtbarkeit zu sehen. Ein jeder Baum scheint zuzurufen: Überfluß ist im Lande und aushungern können sie uns nicht. Der verfluchte Brite!“

Großvater hatte ein feingeschnittenes Gesicht, das ein bißchen weichlich wirkte. Aber wie er nun dreimal hintereinander ausrief: „Der verfluchte Brite!“, da wuchs er aus sich selbst heraus.

„Wenn man nur noch mittun könnte,“ seufzte er. „Der Kopf ist noch so klar und nur der Körper wird gebrechlich. Besser sind heute jene daran, bei denen der Körper blüht und die Gedanken nachlassen.“

Maria schmiegte sich an ihn an, weil er so bekümmert aussah. „Großväterchen,“ sagte sie zärtlich, und er strich ihr mit der freien Hand übers Gesicht.

In der Stadt, von der aus der Schnellzug gehen sollte, fuhr Großvater vor einem netten kleinen Hotel vor und ließ ausspannen.

„Hier wollen wir frühstücken, und dann bringe ich dich zum Bahnhof. Nachher habe ich noch eine Menge Besorgungen für Großmutter zu erledigen und fahre am Nachmittag heim.“

Maria trug einen Brief in der Tasche, den sie am letzten Abend erhalten und wohl hundert Male schon gelesen hatte: „Ich bin wider Erwarten schon jetzt in mein altes Regiment eingezogen worden; muß am Freitag früh zur Stelle sein. Ist ein Wiedersehen möglich?“

Der Brief war mit Verspätung angekommen. Heute war schon Donnerstag, und die Züge fuhren immer noch völlig unregelmäßig und mit stundenlanger Verspätung. Sie war in großer Unruhe; sie wußte nicht, ob sie dem alten Großvater trauen durfte, ob er ganz richtig beraten war. Sie wollte bitten: „Bleib du hier und laß mich allein zum Bahnhof gehen!“ Aber als sie zögernd ihr Anliegen vorbrachte, lachte der alte Mann sie aus.

„So alt bin ich noch nicht, Kind, daß man sich nicht auf mich verlassen kann. Soweit überhaupt mit Bestimmtheit Züge gehen, soll der deine um neun Uhr abfahren. Jetzt ist es also noch nicht acht; was willst du also während all dieser Zeit am Bahnhof?“