Der ihr zur Seite gestanden hatte, preßte sie noch einmal in die Arme. Drüben wartete der Bursche und hielt ihm das Pferd.
„Leb’ wohl!“ Er saß auf, winkte noch einmal und ritt denen, zu welchen er gehörte, zur Seite, zum großen Tor hinaus.
Sie lehnte an einer Wand; sie sah die letzten Züge vorbeimarschieren — die Furage- und Munitionswagen folgten — ihnen schlich sie nach.
Irgendwie fand sie zu der Wohnung, die sie mit ihrem Jungchen all die Jahre innegehabt hatte. Ging durch die leeren Zimmer und sah auf dem Schreibtisch eine Karte liegen, die die Portiersfrau hingelegt haben mochte.
„Liebe Mutter! Wenn du mich hier besuchen willst, so komm, bitte. Ich habe ein wenig Heimweh nach dir.“
Da — mit einem Schlag alles verblaßt, alles vorbei, was sie so tief erregt, was soeben noch heißer, brennender Schmerz gewesen war.
Wie wenn eine leise, müde Musik von einem brausenden Orchester übertönt würde.
Der Junge rief, der Junge brauchte sie! Ihr armer, kleiner, zarter Junge hatte Heimweh nach der Mutter.
Sie hatten ihn oft den Philosophen oder den Professor genannt; ob mit Recht oder mit Unrecht, das lag nicht klar.