Und die drei antworten wie aus einem Mund: „Bei den Husaren!“ Und Ernst Hiller fügt, ohne den Willen dazu zu haben, die Frage an: „Hat man Aussicht, angenommen zu werden?“

„Totsicher!“ sagte der Mann, „Sie sind ja gesunde, kräftige Menschen.“

Zum Donnerwetter, ja — wer hatte ihm denn eigentlich zeit seines Lebens eingeredet, daß er zart und schwach sei?

Die Mutter natürlich. So ein Blödsinn — und weil sie das immer wiederholte, weil sie immerfort in Sorgen um seine Gesundheit gewesen war, hatte er es eben als Tatsache hingenommen, daß er ein zarter, schwächlicher Junge sei, der Schonung bedürfte.

In diesem Augenblick war er ärgerlich auf die Mutter. Trotz aller ihrer Liebe und Fürsorge — es wäre vielleicht besser gewesen, sie hätte auf Großmutter gehört und hätte ihn mit elf Jahren ins Kadettenkorps gesteckt, dann wäre er jetzt Offizier und stände schon irgendwo in der Front.

War das eine Fahrerei heute! Schneckengleich kroch der Zug dahin und alle Viertelstunde eine Station oder auch nur Anhalten im freien Feld!

Und das Herz schlug einen so schnellen Takt; man wollte so gern am Ziel sein — so gern den Ort sehen, in dem das Schicksal sich entscheiden sollte.

An den Bahnhöfen stürzten junge Mädchen mit großen weißen Schürzen an die Züge heran; sie trugen Körbe mit Brot und große Blechkannen mit Kaffee für die Soldaten.

„Das sind alles feine junge Damen!“ sagte einer von Ernsts Freunden und reckt die Hand aus.

„Fräulein — wir sind auch Soldaten — — — Hiller, laß dir auch was geben!“ Aber Ernst Hiller wandte sich ab, und sein Jungengesicht war rot geworden.