Von der strahlenden Augustsonne überflutet, liegen die roten Gebäude der Husarenkaserne da. Wenn man aus der inneren Stadt heraus durchs alte, ehrwürdige Tor kommt, muß man noch eine lange, mit netten Villen bebaute Straße hingehen, oder man kann auch direkt aus der Stadt in die Anlagen und von da über den schwarzen Husarenweg gehen, dann sieht man sie schon von weitem liegen, die lang sich hinziehenden, roten Fronten der noch neuen Kaserne. Ringsherum sind Felder — gegenüber ein Weg, der in ein Dorf führt, und geradeaus weiter eine Chaussee, deren Länge man nicht abzusehen vermag.

In Scharen trotten die jungen Leute um die Mittagszeit über die heißen Straßen der Kaserne zu. Vom schwarzen Husarenweg wirbeln die Staubwolken so hoch auf, daß sie in Mund und Nasen der Wandernden eindringen.

Immer Sonne, Sonne, Sonne! Seit vielen Tagen kein Tropfen Regen!

Das ist gut für die, die schon draußen im Felde stehen, und darum muß man dankbar für die große Reihe schöner, sonnenheller, trockener Tage sein, wie wohl auch ein Regenguß den Feldern wohltun würde.

Junge, aufgeregte Gesichter! Eifriges Reden! In manchen Augen etwas wie Angst!

Ernst Hiller hat sich beim Aufstehen nicht recht wohl gefühlt. Jetzt aber hat er rote Farben im Gesicht und klare Augen. Sie haben ordentlich gefrühstückt, ein richtiges, anständiges Katerfrühstück — dazu Südwein und einen kleinen Kognak. Das hat ihnen allen dreien wieder auf die Beine geholfen.

Aber das Herz zittert; das Herz schlägt in ganz schnellen, kurzen Schlägen. Die niederträchtige Angst ist wieder da.

Bang sieht er auf die große Schar, die alle denselben Weg gehen, den er mit seinen Freunden geht. Ob die sich alle als Freiwillige gemeldet haben?

Prüfend fliegt sein Blick über sie hin? Sind das nicht alles ganz abnorm große Gestalten, oder hat er ein falsches Augenmaß? Sie erscheinen ihm wie Riesen und sie scheinen ihm alle sehr selbstsicher und stolz dahinzugehen.

Er aber würgt wieder an seiner alten, scheußlichen Angst und kann ihrer nicht Herr werden.