Dann werden Namen verlesen, und immer drei zusammen werden in einen Raum eingelassen.

Es dauert eine geraume Weile, bis sie zurückkommen. Man möchte in ihren Gesichtern lesen — aber die sind von Stein, und sie gehen geradeaus an den noch Wartenden vorbei.

Wie da Minuten zu Ewigkeiten werden! Wie das Herz in immer kürzeren Stößen arbeitet und der Schweiß auf der Stirne perlt!

Wenn man nur wüßte, ob alle die, die aus der Tür zurückkommen, wirklich angenommen sind! Wenn man sie doch fragen könnte! Aber, obwohl kein Stillschweigen geboten ist, steht man doch stumm da, als wäre man in einer Kirche. Feierlich ist es — schwer und feierlich!

Doch wie es immer zu gehen pflegt, so auch bei Ernst Hiller. Ganz elend vom Warten fährt er staunend auf, als er plötzlich seinen Namen rufen hört — fühlt, wie sich seine Muskeln spannen, wie der Kopf frei wird und das Zittern in den Knien aufhört.

In dem Vorraum, in den sie getreten sind, müssen sie sich entkleiden, müssen alles von sich abwerfen und treten in das zweite Zimmer, in dem ein Arzt in Feldgrau und ein Schreiber sitzen.

„Sie heißen?“

„Hiller.“

„Abiturient? Alter? Schwere Krankheiten gehabt? Irgendwelche schwere Krankheit in der Familie?“

Lungen und Herz werden abgehorcht.