Wem das Zeug nicht paßt, der muß es sich passend machen.

Um zwölf Uhr Appell in voller Uniform.

Und die Haare herunter. Scheitel und Tollen gibt es nicht beim Militär.

Um zwölf Uhr steht eine ganz andere Gesellschaft unten im Hof. Graugelbe Husaren, in die fünfte Garnitur gekleidet. Ganz wenige, die schon etwas vom Soldaten an sich haben, die sich schon wohl fühlen. Ein ganzer Teil sieht aus wie Jungen, die zu Weihnachten eine Soldatenuniform erhalten haben. Aber gleichgültig! Mit dem Akt der Einkleidung ist es endgültig besiegelt. Sie sind angenommen! Sie haben ihren Platz gefunden, und in ein paar Wochen — schlimmstenfalls in zwei Monaten, geht’s hinaus in den herrlichen Kampf!

Ernst Hiller hat eine Uniform, die ihm um die Brust schlottert und im Rücken tiefe Falten schlägt. Der Kragen niedrig und viel zu weit — und die lederbesetzte Reithose hängt wie ein Rock um ihn. Er weiß das nicht — er fühlt das nicht! Er trägt des Königs Rock — er ist Soldat — angenommen — und mit dem Wort ‚Angenommen!‘ ist’s besiegelt worden, daß er ein gesunder Kerl ist, dem man was zutrauen kann.

Nun steht er mit glattgeschorenem Haar, die Mütze tief in die Stirn gezogen, bei den anderen — — — nun schlägt das Herz nicht mehr in zitternden Stößen.

Ruhe ist in ihm — Sicherheit ist über ihn gekommen — — nein — mehr — stolz ist er geworden, und die Brust dehnt sich — die Haltung verliert das Hilflose — Schlappe — —

Er ist wert befunden worden, des Königs Rock zu tragen — ist also nicht um einen Deut weniger als all die anderen, die mit ihm angenommen worden sind.

Nach dem Appell das Mittagessen — sie dürfen nicht aus der Kaserne heraus, weil am Nachmittag Besichtigung sein soll. Also Mannschaftsessen! Für fünfundachtzig Pfennige gibt’s einen Napf zu kaufen — Gabel und Löffel je zehn Pfennig — Messer tragen sie in der Tasche.