Draußen auf dem Hof hat jemand eine Flöte und bläst darauf, und in die Kantine hinein klingt das wehmütig-lustige Lied: ‚Was nützt mir denn ein schönes Mädchen, wenn andre mit spazierengehn?‘

Da setzen die, die den Text kennen, mit ein, und schließlich singt auch der kleine Hiller mit, singt mit derselben Begeisterung wie die anderen: „Was nützt mir denn ein schönes Mädchen?“ und weiß nicht warum, aber er denkt plötzlich an das Mädchen, das an jenem Kneipabend nach dem Abitur so dicht neben ihm gesessen und zu ihm gesagt hat: ‚Sag’ Hannchen zu mir!‘

Sie trinken und singen, und ihre Augen leuchten!

Wie herrlich ist die Welt — — — wie wunderbar, daß Deutschland im Kampf mit seinen Feinden liegt, daß Deutschland alles aufruft, was bereit ist, zu helfen — und daß sie mitdürfen — sie, die vor einer Woche noch bang und zweifelnd dem Leben gegenübergestanden haben.

Ernst Hiller fühlt ein Jauchzen in seiner Brust, das er kaum zu verschließen vermag. Jeden einzelnen, der ihm in den Weg kommt, hätte er umarmen mögen — — — der ‚alte Mann‘, der ihm die Kleider verkauft hat, hat einen guten Tag.

Da! Trompetensignale! Neun Uhr. — — In einer Viertelstunde müssen sie auf ihren Strohsäcken liegen. Ernst zahlt, trottet mit den anderen über den Hof, sucht seine Stube, und kaum hat er die wollene Decke über sich gezogen, ist er auch schon wieder mitten im festen Schlaf drin.

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Am nächsten Morgen beginnt der erste, stramme Dienst! Jetzt erst begreifen sie, was das heißt: aus dem Bett aufspringen und eine knappe halbe Stunde später unten im Stall sein.

Wer sich beim ersten Wecken noch einmal auf die Seite wirft und weiterschläft, der kann’s überhaupt nicht leisten.

Am besten ist: gleich beim ersten Trompetenstoß raus — in die Kleider fahren und rein in den Waschsaal. Man kann überhaupt noch von Glück sagen, daß es hier einen Waschsaal mit fließendem Wasser gibt. In Hunderten von Kasernen müssen sie herunter in den Hof an den Brunnen. Hier haben sie fließendes Wasser und können sich anständig waschen.