Dann den Strohsack aufrütteln und das Bett ordentlich zudecken — Stiefel reinigen — nein, das soll schon am Abend geschehen — Stube fegen, und wenn’s geht, noch einen Becher Kaffee erobern. Für Hiller sorgt an diesem ersten Morgen der ‚alte Mann‘, dem er die Uniform abgekauft hat.

Punkt fünf Uhr stehen sie im Hof. Ein Wachtmeister und zwei Unteroffiziere sind zur Stelle.

Eine kurze Instruktion. Sie alle zusammen bilden zwei Schwadronen; jede Schwadron wird in Beritte eingeteilt; zu einem Beritt gehören fünfzehn Mann, und jeder Beritt hat seinen besonderen Führer.

Die Namen werden aufgerufen — sie werden verteilt. Je fünfzehn finden sich zusammen — Einjährige und Gemeine — es ist alles gleich in dieser Zeit. Kriegsfreiwillige sind sie alle, und einen Unterschied gibt es jetzt nicht.

Und dann in den Stall hinein!

Draußen ist schon heller Tag, aber in den Ställen brennen noch die kleinen Öllaternen und verbreiten ein trübes Licht. Ein seltsamer Geruch schlägt ihnen entgegen, ein Geruch, geschwängert mit Ammoniak und dem aus den warmen Tierkörpern ausströmenden Dunst. Aber es ist ein Geruch, den man gern atmet, an den man sich im Augenblick gewöhnt. Jedes Pferd steht in seinem Verschlag, und an dem Pfosten, der je zwei Verschläge trennt, hängen Sattelzeug und Zaumzeug.

Die jungen Freiwilligen folgen ihrem Berittführer, der sie der Reihe nach zu den Pferden herantreten läßt und anfängt, zu erklären.

Bei der Kavallerie heißt es: erst das Pferd und dann der Mann! Das wird ihnen sehr eindringlich gemacht, wird mehrmals bei dieser ersten Bekanntschaft mit ihren Tieren wiederholt.

Dann wird ihnen gesagt, was ‚Putzen‘ heißt. Der Striegel wird ihnen vorgeführt, und einer, der schon gedient hat, muß ihnen zeigen, wie ein Pferd gestriegelt wird. Acht Strich auf jeder Seite und nach jedem Strich der Striegel ausgeklopft. Das gibt einen weißen Streifen auf dem Boden; ein Strich muß neben den andern gelegt werden. Man kann also genau kontrollieren, ob vorschriftsmäßig gestriegelt wird.