Aber zum Nachdenken ist keine Zeit. Sie fahren in die ledernen Reithosen — quälen sich in die ungewohnten, hohen Stiefel. Sie haben Eile, denn der Reitunterricht würde bis Mittag dauern, und man muß sehen, daß man noch einen Augenblick in die Kantine kann, um etwas zu frühstücken. Man hat hier andauernd ein Hungergefühl.
Hipp geht neben Hiller und erzählt, daß er noch keine Extrauniform gefunden habe, weil sie ihm alle zu eng seien. Er wird aber mal an seinen alten Herrn schreiben, ob der ihm eine ‚neue‘ zubilligt. Der alte Herr ist Fabrikant und kann etwas springen lassen, wird es auch totsicher tun.
„Seit der Krieg ausgebrochen ist, haben die Väter eine prachtvoll freigebige Art ihren Söhnen gegenüber. Deiner doch auch?“
„Ich habe keinen Vater mehr,“ sagt Hiller — sagt es aber ganz heiter, so daß Hipp nicht nötig hat, sein lustiges Gesicht zum Ernst zu zwingen.
Sie essen wieder Würstchen mit Kartoffelsalat, denn das ist am praktischsten, weil man es schnell herunterschlingen kann und wenigstens für einen Augenblick satt wird, wenn man sich zwei Paar geben läßt. Dann geht’s los.
Der Wachtmeister steht schon wieder vor dem Stall.
„Satteln!“ ertönt das Kommando. „Trense anlegen, Kandare fortbleiben!“
Sie greifen zum Zaumzeug und legen es an, so gut es gehen will.
Die Sonne glitzert lustig über den Reitplatz, als sie endlich, erhitzt und aufgeregt, ihr Pferd am Zügel, aus den Ställen heraustreten. Der Reitplatz ist ein gewaltiger, viereckiger Hof. Einige Beritte sind schon aus den Ställen heraus.