Und wie es gar nicht gelingen will, packt der Wachtmeister mit wuchtigem Griff in die Reithose des Dicken hinein und schiebt ihn hinauf. Nun sitzt Hipp oben und hat ein viel vergnügteres Gesicht als die, die sich mit eigener Anstrengung heraufgebracht haben.
Die Sonne brennt lustig vom Himmel herab und verspricht einen heißen Tag, und der Wachtmeister, der sich beruhigt hat, steht vor ihnen und hält ihnen einen langen Vortrag über den richtigen Sitz, über Körperhaltung und die verschiedenen Gangarten der Pferde. Dann das Kommando: „Abstand!“ und der Spitzenreiter der schon ein halbes Jahr gedient hat, führt an — der Zug der anderen nach. Sie sitzen ängstlich, windschief und vorgebeugt auf ihren Tieren.
„Na, nu mal richtig los! Eskadron in langsamem Arbeitstempo — Te — — rab!“
Die Gäule gehen los; der schon erfahrene Spitzenreiter sitzt wundervoll gerade und korrekt da. Die anderen wackeln hinter ihm her. Aus vielen Gesichtern spricht die bleiche Angst — — die Hände greifen in die Mähnen — die Beine machen unsichere Bewegungen.
Hipp hängt auf einer Seite seines Gauls, er ist im Fallen begriffen — man sieht es deutlich, daß er sich nicht halten wird. Aber er fällt langsam. Glied für Glied rutscht hinab, und das lustige Gesicht hat einen Ausdruck leiser Verzweiflung; scheußlich, diese Ungewißheit, ob man im nächsten Augenblick wieder oben ist oder herunter muß.
Aber die Lage wird immer bedenklicher — der Körper rutscht mehr und mehr nach links — und da faßt Hipp einen kurzen Entschluß, läßt das Bein, das noch oben ist, heruntergleiten, und fliegt ab in den weichen Sand. Verletzt hat er sich nicht, aber er ist doch sehr verdutzt. Es ging plötzlicher, als er gedacht hatte.
Das Pferd bleibt still und treu bei ihm stehen und sieht sich nach ihm um. Der Wachtmeister ist dicht zu ihm herangetreten und sagt zunächst gar nichts. Schweigend und höhnisch sieht er auf ihn nieder, und Hipp, wie ein von der Schlange hypnotisierter Vogel, bleibt bewegungslos im Sand liegen und sieht seinem Vorgesetzten treuherzig ins Gesicht.
Endlich löst sich des Wachtmeisters Schweigen.
Gar nicht unfreundlich sagt er: „Mensch, hast du vor, dich hier gleich begraben zu lassen?“ Und da erhebt sich denn Hipp, und obwohl er sich nicht den geringsten Schaden zugefügt hat, geht er humpelnd und hinkend zu seinem Pferde zurück.
„Na — nun werden wir mal einen Galopp versuchen!“