Hillers Pferd hat den Namen ‚Arbeiter‘. Er hat schon Sympathie für sein Pferd gefaßt und klopft ihm den Hals.
Hipp sagt: „Das verfluchte Biest, das sie mir zugeschustert haben, heißt ‚Anton‘“, und er versetzt ihm einen Schlag aufs Hinterteil, der schon keine Liebkosung mehr ist. Dann hängt er sich an Hillers Arm und sagt: „Mensch, du hast doch nicht die Absicht, den Mannschaftsfraß zu essen? Zum wenigsten gehen wir doch in die Unteroffizierskantine, wo man von Tellern ißt.“
Hiller zögert einen Augenblick, denn er möchte wirklich nicht gern zu schnell um neues Geld bitten. Aber mit einem Ruck wirft er die Bedenken beiseite.
„Gut, gehen wir in die Unteroffizierskantine.“
Und dort wird ihnen für eine Mark ein sehr anständiges und reichliches Essen serviert, das sie durch eine Berliner Weiße noch verbessern. Hipp holt dann noch zwei Stück Pflaumenkuchen zum Nachtisch. Ein paar alte Leute treten zu ihnen und werden zum Glas Bier eingeladen, und dafür kramen die wieder allerlei Erfahrungen und gute Lehren aus und versichern vor allem, daß nur die ersten Tage schlimm und anstrengend sind. Nachher spürt man es gar nicht mehr, daß man vom Morgen bis zum Abend auf den Beinen ist.
Das ist besonders für den kleinen Hiller eine tröstliche Aussicht. Denn er fühlt sich schon jetzt scheußlich schlapp, alle Knochen tun ihm weh und noch liegt der lange Nachmittag vor ihm. Am liebsten möchte er jetzt die Augen zufallen lassen und eine Stunde schlafen. Aber erstlich weiß er nicht wo, denn hier auf dem Holzstuhl der Unteroffizierskantine kann er den Kopf nicht hintenüber lehnen, und dann hat er eine heiße Angst, man könnte ihn vielleicht nachträglich noch als zu schwach erkennen und ihn wieder heimschicken.
Er hat sein Leben lang immer alles gekonnt, was er wirklich gewollt hat, und so wird er auch jetzt das bißchen Müdigkeit und Hüftweh überwinden.
Hipp holt sich eine Tasse Kaffee, weil die wieder lebendig macht, und Hiller folgt seinem Beispiel. Der Kaffee tut seine Schuldigkeit: sie werden wieder mobil und sind völlig frisch, als sie um halb drei Uhr zum Fußdienst antreten.
Der Fußdienst ist heute nur eine Vorbereitung für das, was später kommen soll. Sie erhalten Unterricht im militärischen Grüßen und Verhalten den Vorgesetzten gegenüber, und ganz besonders wird ihnen noch einmal ein Vortrag über militärischen Gehorsam gehalten.