Es ist scheußlich! — Er fühlt, daß er den Willen, den er mit eiserner Kraft zügelt, nur einen Augenblick locker zu lassen braucht, dann ist’s aus.
Jeder Knochen im ganzen Körper tut ihm weh! Todmüd’ fühlt er sich vom Morgen bis zum Abend. Die Hände sind vom ewigen Putzen aufgerieben, die Füße brennen, er hat das Gefühl furchtbarer Mattigkeit — hat ewig das Gefühl, hungrig zu sein, aber wenn das Essen vor ihm steht, schmeckt es ihm nicht.
Scheußlich! scheußlich! scheußlich!
Einer von ihnen ist schon schlapp geworden und hat um Entlassung gebeten. Hinter dem haben sie alle hergelacht, und der Wachtmeister hat sein niederträchtigstes Gesicht aufgesetzt, als er ihm den Entlassungsschein gab. Dies höhnische Gesicht des Wachtmeisters hat sich in Hillers Herz wie mit blutiger Schrift eingegraben. Nein, eher sollen sie ihn halbtot vom Platze tragen, ehe er seiner Schwäche nachgibt.
Hipp sagt eines Tages seelenruhig zu ihm:
„Wenn mir die Sache zu toll wird, schwenke ich ab. Ich hab’ mich doch zum Teufel nicht als Kriegsfreiwilliger gemeldet, um Stuben aufzuwaschen und Sattelzeug zu putzen!“ Aber dabei lacht er und sieht wundervoll gesund aus.
Doch es soll noch schlimmer kommen. Der Oberleutnant schreitet eines Tages durch die Ställe, und ein heiliges Kreuzdonnerwetter tost nach dem anderen herunter.
„Was ist das für eine heillose Schweinerei! In den Ställen ist überhaupt kein Boden mehr zu sehen; halbfußhoch ist der Mist festgetreten, als ob seit drei Monaten hier nicht gesäubert worden wäre!“
Der Wachtmeister erklärt dem Oberleutnant die Ursache. Selbstverständlich sieht hier nicht alles so aus wie in anderen Jahren. Man hatte über all der Aufregung keine Zeit, die alte Ordnung und Reinlichkeit aufrechtzuerhalten.
Aber was nutzt das alles? Die Ställe müssen wieder ordnungsmäßig aussehen. Also Freiwillige vor und ausmisten!