„Antreten zum Appell!“

Hipp bekommt seinen erwarteten Brief und schmunzelt. Hiller geht leer aus. Er läßt den Kopf hängen und kehrt in den Stall zurück. Die anderen sind jetzt frei und können in die Kantine oder in die Stadt gehen. Er aber sitzt auf einer Futterkiste im Stall und sieht trübe vor sich hin.

Der ‚alte Mann‘ der mit ihm die Wache hält, fragt: „Soll ich Essen holen?“

Das bedeutet natürlich, daß er auf Hillers Kosten für sie beide Essen holen will. Hiller zieht einen Taler aus seinem Brustbeutel heraus, und der andere kommt bald mit einem Arm voll Butterbroten, mit mehreren Paar Würstchen und zwei Flaschen Bier zurück.

Sie essen gemeinsam auf ihrer Futterkiste und schwatzen, bis die Sonne sinkt.

Um neun Uhr legt sich der ‚alte Mann‘ ins Stroh, zieht einen Woilach um sich, und Hiller bleibt allein.

Regungslos bleibt er auf seiner Futterkiste sitzen. Der Rücken schmerzt, und ins arme Herz ist ein Leid gezogen, so schwer, so heiß, daß er’s kaum zu ertragen vermag.

Die Öllaternen im Stall werfen trübe Lichter um sich. Die Halfterketten klirren — der warme Dunst aus all den Tierleibern strömt stark und erregend zu ihm hin.

Er muß an all das, was Hipp ihm die Tage über von seinem Mädchen erzählt, denken.

In Hillers Kopf will es nicht hinein, daß man von einem Geschöpf, für das man Liebe und Verehrung empfindet, vor anderen sprechen kann. Im Anfang hat es ihn angewidert, wenn Hipp von dem Mädchen sprach; aber man kann schließlich die Ohren nicht zustopfen, wenn einer so ständig von derselben Sache erzählt.