„Du weißt, daß er sich wenig über alles, was in ihm vorgeht, äußert, Großmutter.“
„Leider Gottes, und sein Lehrer, der ihn schon jetzt ‚Professor‘ nannte, hat eigentlich recht. Da hatte sein Vater einen ganz anderen Schneid.“ In Marias Gesicht kam ein ablehnender Zug.
„Also weiter, dann ging’s zur Schule?“
„Ja, und da soll es dann sehr feierlich gewesen sein, der Direktor begeistert und bis zu Tränen gerührt, und die Lehrer hätten sich wie die Kameraden gegeben.“
„Das kann man sich denken.“
„Erst bekamen sie ein Sextanerthema zu ihrem Aufsatz: ‚Begeisterung ist die Quelle zu großen Taten‘, und da hätten sie dann einen heillosen Blödsinn zusammengeschrieben.“
„Du hast doch hoffentlich seinen Aufsatz aufgehoben? Ich würde jetzt alles von ihm aufheben, Maria. Du kannst nicht wissen, wie es kommt, und nachher hast du dann doch wenigstens ein paar Andenken an seine letzte Zeit.“
„So sollst du nicht sprechen, Großmutter. Ich will nicht denken, daß ihm etwas passiert.“
„Besser, man macht sich mit so etwas vertraut, Maria, als wenn es einen ganz unerwartet trifft. Das war ja das Entsetzliche für mich bei Alfreds Tod, daß die Nachricht wie der Blitz aus heiterem Himmel kam.“