‚Vize‘ ist der Vizewachtmeister Peters; und das Wort ‚Vize‘ genügt, um den kleinen Hiller im Nu hochfahren zu lassen — Hände an die Hosennaht, Hacken zusammengeklappt.
‚Vize‘ ging schweigend und höhnisch an ihm vorüber.
Hiller ist dem ‚alten Mann‘ riesig dankbar, daß er ihm für den Taler die lange Nachtruhe verschafft hat.
Die Taler fliegen ja erschrecklich glatt und leicht dahin, aber eigentlich kommt nie ein Brief ohne Einlage an ihn an. Die Mutter schickt — Großmutter und Großvater schicken, und es gibt noch ein paar Onkel und Tanten, die nicht nur Worte und schöne Redensarten für den jungen Kriegsfreiwilligen übrig haben. Es ist eine ganze Menge, was so in immer neuen Auflagen in Hillers Brustbeutel zusammenkommt. Er braucht nicht zu knausern, und das ist gut, denn das Knausern liegt ihm nicht.
Großmutter schrieb zwar: ‚Daß Du im Restaurant für teures Geld ißt, da Du das Mannschaftsessen umsonst haben kannst, ist aus zweierlei Gründen nicht richtig; denn erstens soll ein jeder in diesen schweren Zeiten sein Geld zusammenhalten oder es fürs allgemeine Wohl hingeben, und zweitens ist es besser, wenn Du Dich schon jetzt an das Kasernenessen gewöhnst, damit es Dir später im Feld nicht schwer wird!‘
Aber sie legt getreulich jedem Brief einen Schein bei, und darum kann Hiller die großmütterlichen Mahnreden nicht sehr ernst nehmen.
Er ißt ja auch keineswegs im Restaurant, um sich Leckerbissen zu verschaffen. Nein, er würde ohne weiteres das Mannschaftsessen genommen haben, wenn das einfach so möglich gewesen wäre.
Aber hier sitzt der Haken: er ist Einjähriger — er bekommt Geld — er ist also einfach verpflichtet, mit den finanziell Gutgestellten im Restaurant zu essen. Man würde ihn sonst nicht für voll angesehen haben.