Und ebenso ist er verpflichtet, sich von den alten Leuten gegen gute Bezahlung Dienste leisten zu lassen und sie abends in der Kantine freizuhalten. Sie drängen sich an einen heran und können kolossale Erleichterungen bringen.
So zum Beispiel dieser lange Schlaf in der letzten Nacht! Dafür ist ein Taler wirklich nicht zuviel gewesen. Er fühlt sich prachtvoll frisch — die Welt lacht ihn an.
Oben am Kasernenturm ist die Fahne hochgezogen; man feiert einen neuen Sieg.
Jetzt weiß man wieder, daß Großes, Gewaltiges sich in Europa abspielt. — — — Jetzt begreift man, daß man alle Kräfte zusammennehmen muß, um würdig befunden zu werden zum Mittun!
Der Wachtmeister sagt: „Natürlich suchen wir zum Ausrücken nur die besten Reiter heraus, denn einer, der sein Pferd nicht beherrscht, kann im Kriege nichts leisten.“ Das ist eine sehr selbstverständliche Tatsache, und Hiller begreift an diesem sonnenhellen Morgen plötzlich, daß der strenge, nicht sehr geliebte ‚Vize‘ keinen leichten Standpunkt hat. Denn wie er selbst noch ganz und gar unsicher auf seinem Gaul sitzt, so ist es mit der Mehrzahl der anderen auch, und doch schimpft jeder von ihnen über den Drill und hat jeder einzelne den heftigen Wunsch: Hinaus! Hinaus!
An diesem Morgen geschieht es, daß ‚Vize‘ sich am Ende der Reitstunde neben Hillers Pferd stellt und den Hals des Tieres klopft.
„Reiten noch sehr mittelmäßig, Freiwilliger! Aber man hat doch heute wenigstens den guten Willen gespürt. Das ist schon etwas, und andere könnten sich da ein Beispiel dran nehmen!“
Dabei sieht er zu Hipp hinüber, der zweimal über den Kopf seines ‚Anton‘ hinweggesaust ist.
Hillers Herz klopft in jäher Freude. ‚Vize‘ hat ihn gelobt — ‚Vize‘ hat zum erstenmal nicht mit ihm gewütet.