Die Hand, die den Zügel hält, zittert; er ist außer sich vor Glück. Keine Spur von Schlappheit mehr — kein Schmerz mehr in den Knochen. Eine Riesenkraft fühlt er in sich erstehen, und heißer Mut beseelt ihn. Oh — er kann — er kann — er kann! Immer in seinem ganzen Leben hat er noch gekonnt, was er wirklich und mit seinen ganzen Kräften gewollt hat!

Auf einmal weiß er nun auch, daß er eines Tages Herr seines Pferdes sein wird. Ja — daß er all die, die hier mit ihm reiten, überragen wird. Auch die Bauernjungen, die von Kindheit auf mit Gäulen zu tun gehabt haben.

Er braucht nur zu wollen, nur wirklich und ernst zu wollen!

Es wird ihm ordentlich schwer, das Lob des Wachtmeisters still hinzunehmen; gern hätte er ihm gedankt, ihm die Hand gereicht. Aber er bleibt still und bescheiden sitzen; nur das Herz schlägt heftig.

Nach dem Reitunterricht ist ein Fest in der Kaserne, um den großen neuen Sieg zu feiern. Der Oberleutnant steht vor seinen Husaren und hält eine kurze, packende Ansprache, die im Kaiserhoch endigt.

Als sie frei sind, sieht Hipp verächtlich zu Hiller hinüber. „Streber!“ Und der noch allzu empfindliche Hiller erbleicht vor Ärger, aber Hipp lacht im nächsten Augenblick und schiebt seinen Arm in den des Kameraden.

„Morgen brüllt er dich doch wieder an. Man kennt diese Menschenschinder ja!“

Dennoch bleibt Hiller an diesem Tage in gesteigerter Stimmung.

Nach dem eilig eingenommenen Mittagessen geht’s zur ersten Schießübung hinaus. Zwei Wachtmeister führen einen Trupp von vierzig Freiwilligen zum großen Schießplatz.