In der darauf folgenden Discussion ergriff Prof. Hueppe das Wort, um zunächst die Thatsache zu constatiren, dass bis jetzt nirgends eine Acclimatisation der Europäer in den Tropen stattgefunden habe; selbst in den spanischen Colonien, welche am längsten diesbezüglich geeignetes Material verwendet haben, hätten sich die Europäer nur bis in die dritte Generation fortgepflanzt.
Hierauf betonte er mit Nachdruck, dass auch seiner Ansicht nach die Europäer in den Tropen ein hohes Alter erreichen können, dass aber diese individuelle, auch von mir mitgetheilte Acclimatisation nichts mit der Acclimatisationsfähigkeit der Europäer als Genus zu thun habe.
Die Motivirung dieser Behauptung brachte jedoch Prof. Hueppe nicht und wies nur darauf hin, dass die Haut der Europäer in den Tropen niemals den veränderten klimatischen Verhältnissen sich angepasst habe.
Fig. 25. Bewohner der Pageh-Inseln.
Die Haut hat, abgesehen von ihrer Bedeutung als äussere Bedeckung, eine dreifache Arbeit zu leisten; sie ist ein Factor in der Athmung, sie sondert Fett auf die Oberfläche des Körpers ab und secernirt den Schweiss.
Ein qualitativer oder principieller Unterschied in diesen Functionen der menschlichen Haut in den Tropen ist mir weder aus eigener noch aus den experimentellen Untersuchungen Anderer bekannt.
Ein quantitativer Unterschied besteht — so weit hat Prof. Hueppe Recht —; aber gerade diese Thatsache ist der beste Beweis, dass auch die Haut sich in die neuen Verhältnisse schickt.