Die Behinderung der Javanen an dem Handel auf der Ostküste Borneos verschaffte dem Sultan von Martapura neue Feinde, und zwar den Kaiser von Mattaram, den Sultan von Surabaya und den Fürsten von Cheribon (welche drei Staaten auf der Nordküste von Java lagen), so dass er sich stark genug fühlte, sein Reich gegen einen gemeinsamen Angriff dieser drei Reiche zu vertheidigen.

Auf sein Ersuchen wurde also in dem untersten Theil des Barituflusses ein holländisches Schiff stationirt, um eine Ueberrumpelung seiner Hauptstadt von Seiten der javanischen Fürsten unmöglich zu machen.

Die englische Partei auf seinem Hofe bekam jedoch wieder bald das Uebergewicht über die der Holländer. Radja Itam veranlasste den Sultan, nach Bandjermasing zu gehen und dieses zu befestigen. Wenn er auch schon nach kurzer Zeit diese Arbeit wieder einstellte und in Martapura wohnen blieb, so triumphirte in allem andern die englische Partei.

Den 16. April 1638 brachte ein atschinesisches Schiff die Nachricht nach Batavia, dass die ganze holländische Colonie in Martapura ausgemordet und das Schiff Hoogcarspel, welches in dem Barituflusse lag, verbrannt wurde.

Danach schloss der Sultan von Martapura mit dem Herrscher von Macassar ein Offensiv- und Defensivbündniss, welcher dem Bandjeresischen Gesandten Bahong mittheilte, dass »auch er die Holländer in sein Land zugelassen hätte, und dass er sie ebenfalls später, wenn sie genug Schätze erworben und ein schönes Haus erbaut haben würden, zu ermorden gedenke, um gerade wie sein guter Freund von Martapura auf diese Weise Reichthümer zu erwerben«.

Aber auch seinen Collegen von Kota Waringin überredete der Sultan von Martapura, ein gleiches Blutbad unter den Holländern anzurichten. Der »Oberkaufmann« Nicolaas Cloet (= Clut) wurde mit seiner Mannschaft zu einem Gastmahle auf das Land gelockt, ermordet und die 2 Schiffe »de kleine Maan« und der »indische Zwaan« überrumpelt und geplündert.

Natürlich sah Bandjermasing sehr bald (April 1638) die rächende Flotte an seinen Ufern. 27 gefangene Martapuresen wurden, an Ohren, Nase und Genitalien verstümmelt, nach der Hauptstadt gesandt, um Schrecken und Furcht unter der Bevölkerung zu verbreiten. Um seinen Unterthanen etwas Muth einzuflössen und zu verhindern, dass sie sich in die Urwälder flüchteten, liess der Sultan urbi et orbi verkündigen, dass ein sehr alter, in seinem Palaste verpflegter Heiliger bei einem Anfall der Holländer den ganzen Fluss 40 Tage hintereinander vergiften und auf diese Weise die Feinde zum Abzug zwingen werde. Zu gleicher Zeit liess er Schanzen und Verstärkungen anlegen, an welchen besonders die in Martapura anwesenden Chinesen sich betheiligen mussten.

Radja Ade Patty Tape-Sana hatte sich an dem Morde der Holländer nicht betheiligt, weil er mit ihrer Hülfe den Thron zu erobern suchte, und hielt sich auch bei diesen Befestigungsmaassregeln passiv.

Dieses benutzten die Holländer, um ihn zu einem Bündniss zu bewegen, die Mörder auszuliefern, um dann mit Hülfe der Holländer »als König über das ganze Land in Ruhe und Frieden regieren zu können«.

Martapura wurde also vorläufig blockirt, und zwar 3 Monate lang. Als die Schiffe nach 3 Monaten zurückkehrten, hatten sie 7 Bediente der Compagnie an Bord, welche früher zum Uebertritte zum Islam in ihrer Gefangenschaft gezwungen und gegen 7 Martapuresen ausgetauscht worden waren.