Als übrigens während der Blockade die Nachricht gekommen war, dass in Kota Waringin der letzte Rest der anwesenden Holländer ermordet wurde, mussten die übrigen gefangenen Martapuresen das Schicksal ihrer früheren Leidensgenossen theilen. Verstümmelt wurden sie ans Land gesetzt, um Furcht und Schrecken in der Hauptstadt des bandjeresischen Reiches zu erregen.
Da der Sultan vor einem günstigen Erfolg des Tape-Sama sich fürchtete, vielleicht auch, um den Zorn der holländisch-indischen Regierung zu besänftigen, liess er einen Brief mit Friedensvorstellungen nach Batavia schicken. Sein Ziel erreichte er jedoch nicht. Denn schon den 21. October desselben Jahres wurden 4 Schiffe nach Bandjermasing gesendet, »um den Mördern keine Erholung zu geben und ihre Flüsse fortwährend abgeschlossen zu halten«, die Auslieferung aller Mörder und Rädelsführer zu verlangen und für die grosse Expedition alle nothwendigen Maassregeln zu nehmen.
Unter den übrigen Nationen, welche auf der S. O. Küste Borneos Handel trieben, waren auch Dänen.
Gegenüber diesen und den Engländern sollte der Commandant Walravens nur mildere Saiten aufziehen.
Die Martapuresen liessen sich durch diese Blockade nicht die geringste Furcht einjagen; denn bei Nacht, und selbst bei Tage, konnten bequem kleine Kähne, beladen mit Nahrungsmitteln und Munition, von Macassar oder von Java die Blockade brechen, weil die grossen Schiffe der Holländer ohne günstigen Wind sich kaum bewegen konnten. Auch den Canal Kween hatten die Martapuresen so stark und so geschickt verbarricadirt, dass selbst das Einfahren (am 26. November) diesen grossen Schiffen unmöglich wurde.
Nur eines Erfolges konnte sich diese Expedition erfreuen. Das englische Schiff The Providence, dessen Capitän 20000 Realen von dem Sultan eincassiren wollte, musste unverrichteter Sache abziehen.
Als aber den 1. April Walravens wegen des ungünstigen Gesundheitszustandes seiner Matrosen unverrichteter Sache nach Batavia zurückkehrte, zog das englische Schiff de Coster mit »Flagge« und »Wimpel« bis Martapura.
Am 27. März 1641 wurde also Gillis van den Rande dahin gesendet, um die erbeuteten Kanonen und die schuldigen 50000 Realen, wenn auch nicht in Pfeffer, so doch mit Gold, Wachs, Rottang, Perlen und Diamanten bezahlen zu lassen.
Tapesana hatte im Jahre 1642 den Thron bestiegen und durch chinesische und malayische Handelsleute mit der holländischen Regierung Verbindungen angestrebt; da er sich jedoch zur Auslieferung der geraubten Kanonen und der Mörder nicht entschliessen konnte, blieb Batavia — bei dem Drohen mit einem grossen Revanchekrieg. Dieser kam auch niemals zu Stande. Ja, noch mehr. Im Jahre 1660 wurde mit Martapura ein neuer Vertrag geschlossen, bei welchem dem Sultan die alte Schuld von 50000 Realen erlassen wurde!!
Wenn auch 1664 dieser Contract dahin erweitert wurde, dass der ganze Handel in den Händen der Holländer bleibe, erhielt Antonie Hurdt im Jahre 1665 doch nicht mehr als 36 Lasten Pfeffer. Unterdessen hatten die Engländer auch nicht müssig gesessen und alles zur Errichtung einer Factory vorbereitet. Es war nämlich im Jahre 1669 der holländische Bevollmächtigte ermordet worden, und der Sultan hatte den Wunsch geäussert, dass sein Nachfolger sich an dem Aufsuchen der Mörder betheiligen sollte. Aber auch diesen ermordeten die Martapuresen.