Glücklicher waren in demselben Jahre zwei andere holländische Schiffe, welche allerdings acht Monate lang auf die Ernte des Pfeffers warten mussten, aber unter Gerard Leroy am 18. November 1599 voll geladen ihre Reise nach Europa antreten konnten. Das Jahr 1600 sah mehrere holländische Flotten vor Bantam, darunter die von Pieter Both, welcher für die Neue Brabant’sche Compagnie in Amsterdam eine Factory errichtete, während kurz vorher Wilkens für die alte Compagnie dasselbe gethan hatte. Als im Jahre 1601 die Spanier[226] unter Furtado de Mendoça als Erben der Portugiesen deren Colonien in Besitz nehmen wollten, befanden sich in Bantam bereits vier Factoreien, und es gelang Wolphert Harmensz (am 24. December 1601), die starke und weit überlegene Flotte der Spanier zum Rückzug zu zwingen, auf der Rhede von Bantam fünf Schiffe mit Gewürzen und Pfeffer voll zu laden und nach Europa zu senden, während der Admiral van Heemskerck in Demak einen Theil seiner Bemannung verlor und in Djaratan[227] die erste holländische Factory im Osten der Insel errichtete (1602).

Um diese Zeit errichteten auch die Engländer (December 1602) eine Factory in Bantam (unter Capitän James Lancaster), und zwar in demselben Jahre, als die ostindische Compagnie (20. März 1602) den Grundstein zu der colonialen Besitzung Hollands gelegt hatte. Schon 1603 (29. April) konnte Wybrand van Warwyck in Bantam und Grisé mitten in den Städten Bantam und Grisé steinerne Gebäude zur Errichtung der Factory erhalten, während dieses vor dieser Zeit höchstens am Ufer des Meeres erlaubt gewesen war. En mangeant vient l’appetit. Die Engländer kamen schon im nächsten Jahre (1604) mit zahlreichen Schiffen, und wenn auch anfangs diese zwei Seemächte sich freundschaftlich vertrugen, blieb die Rivalität nicht aus, und im Jahre 1605 kam es zwischen beiden zu einem blutigen Gefecht. Auch mit Spanien machte sich die grösste Rivalität geltend, so dass sich die Compagnie endlich zu einem weitgreifenden Schritte entschloss. Am 30. Januar 1610 verliess Pieter Both mit acht Schiffen Texel, kam 10½ Monate später nach Bantam (19. December), besuchte sofort Jakatra,[228] wo er eine Factory errichtete, welche jedoch nach seiner Abreise ausgeplündert und verbrannt wurde. Als er (October 1613[229]) von seiner Reise nach den Molukken zurückkam und diesen traurigen Zustand erfuhr, ernannte er Jan Pieterszoon Koen zum Director der beiden Factoreien Bantam und Jakatra. Dieser benutzte die Rivalität der beiden Höfe von Bantam und Jakatra, um offensiv gegen Bantam und die Engländer aufzutreten, welche ebenfalls in Jakatra, und zwar am linken Ufer der Tji-Livong eine Factory errichtet hatten. Als die Factory von Djapara ausgeplündert und am folgenden Tage selbst das Gebäude zu Jakatra überfallen wurde, entschloss sich endlich Koen zu radicalen Schritten und begann am 22. October 1618 ein Fort in Jakatra zu bauen. Schon am 8. December 1618 erschien eine grosse Flotte der Engländer vor Bantam, bemächtigte sich des reich beladenen Schiffes »De zwarte Leeuw« und zog dann weiter nach Jakatra, wo sie Batterien aufwarfen. Diese wurden jedoch schon am 23. von Koen angegriffen und zerstört. Zu einem unentschiedenen Treffen kam es am 2. Januar 1619, worauf Koen nach den Molukken eilte, um eine hinreichend starke Flotte zu erhalten, und zugleich van den Broek beauftragte, das neue Fort zu verstärken und sich auf die Defensive gegen die Engländer und Javanen zu beschränken. Dieser liess sich aber durch die Javanen in die Falle locken, und sein Vertreter im Fort, Pieter van Raey, capitulirte vor den Engländern und Jakatraern. In dieser Noth kam unerwartet Hülfe von — Bantam, welche den Engländern und Jakatraern das Recht absprach, sich mit den Holländern zu bemühen. Die darauf entstandene Verhandlung zog sich in die Länge, bis im Mai (1619) Koen mit 16 Schiffen vor Jakatra erschien, die Javanen aus ihren Bollwerken vertrieb und Batavia, welcher Name am 12. März van Raey dem ganzen Fort, d. h. den vier Bastions Holland, West-Friesland, Zeeland und Gelderland, gegeben wurde, als den Mittelpunkt des niederländischen Handels in Indien erklärte. Bantam widersetzte sich noch einige Monate dieser definitiven Ansiedelung der Holländer in Batavia, ohne nicht einmal die Uebersiedelung seiner eigenen Unterthanen (Chinesen und Bantamer) verhindern zu können. Mataram erklärte hierauf die Niederländer zu seinen »Unterthanen« und glaubte ihnen gegenüber dieselben despotischen Gebräuche wie gegen die Eingeborenen üben zu können. Aber schon 1622 änderte der Panembahan seine Politik und bat die Niederländer um Hülfe, Bantam zu unterwerfen. Koen fürchtete, dass nach Bantam Batavia an die Reihe kommen sollte, und gab seiner Gesandtschaft unter Dr. de Haan den Auftrag, diesbezüglich in Mataram die nöthige Vorsicht zu üben. Durch die Eroberung von Sukadana auf Borneo und von der Insel Madura war der Fürst von Mataram Herr von beinahe ganz Java geworden und verlangte auch von dem Gesandten Vos,[230] die Souveränität Matarams anzuerkennen. Als im August 1626 eine Gesandtschaft nach Mataram abging, wurde sie in Karta nicht zugelassen, weil »die Geschenke zu unansehnlich waren und die Regierung in ihrem Briefe den Susuhunan nicht hoch genug betitelt und sich selbst nicht genug erniedrigt hatte«.[231]

Unterdessen hatten die Engländer mit den Niederländern 1619 einen Contract geschlossen, dem zufolge sie gemeinsam in Bantam unter einem »Rath von Vertheidigung« die gegenseitigen Handelsinteressen schützen sollten. Dieser Vertrag zwischen Hund und Katze dauerte nur bis 1628, in welchem Jahre sie den Handel in Bantam ganz allein in ihre Hände bekamen, um jedoch schon 1684 vor der Energie Hollands weichen zu müssen.

Im Jahre 1627 kam Koen zum zweiten Male als Gouverneur-General nach Batavia, und hatte bald gegen einzelne Scharen von Bantamern Batavia und sein Leben zu vertheidigen und auch einen Ueberfall von Mataram (22. August 1628) zurückzuschlagen; ein zweiter Ueberfall (September 1629) endigte ebenso glücklich für die Niederländer, obzwar Koen selbst ein Opfer der Cholera wurde. Jacques Specx wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Da die Regierung in Holland immer und immer wieder die indische Regierung ermahnte, mit Bantam und Mataram in Freundschaft zu leben, wurde der Regent von Djapara als Vermittler zwischen der Compagnie und dem Sultan Ageng (= der Grosse), welchen Titel er von einem arabischen Scheik aus Mekka erhalten hatte, gewählt, und eine holländische Gesandtschaft, aus 25 Mann bestehend, brachte zahlreiche Geschenke nach Djapara. Sie wurden jedoch mit ihren Geschenken von dem Regenten selbst gefangen genommen. Da nebstdem Sultan Ageng zahlreiche Räuberbanden nach Batavia sandte, so wollte G.-G. Brouwer, der Nachfolger von Specx, die Macht des Sultans auf indirecte Weise schwächen und schickte (1633) nach der Insel Bali eine Gesandtschaft, um den Fürsten gegen seinen Erbfeind von Mataram aufzuhetzen. Da dies nicht gelang, so entschlossen sie sich zu dem erniedrigenden Vorgang (October 1634), eine Gesandtschaft an den Sultan zu senden und einen jährlichen Tribut zu zahlen, »weil die Niederländer auf seinem Lande sich angesiedelt hatten«.[232] Der Sultan stellte jedoch unerreichbare Forderungen und Antonie van Diemen[233] gab sich Mühe, wieder mit Bantam auf guten Fuss zu gelangen, dessen Fürst ebenfalls aus Mekka eine heilige Fahne und den Titel Abu’l, Mofachir Mohamed Abdu’l Kadir erhielt. Dadurch stieg die Rivalität mit dem Sultan Ageng, und nachdem 1639 die Niederländer ein Schutz- und Trutzbündniss mit dem Sultan von Bantam geschlossen hatten, entfaltete er die heilige Fahne zum Kriege gegen alle Ungläubigen. Obwohl um diese Zeit (1641) die Niederländer ihren alten Rivalen, den Portugiesen, auf welche Sultan Ageng seine ganze Hoffnung gründete, mit ihrer Hülfe die Niederländer von Java zu vertreiben, auf Malacca eine solche Niederlage beibrachten, dass sie gezwungen waren, diese Colonien aufzugeben, so wurde ihre Lage doch nicht verbessert, weil wieder die Engländer auf dem Kriegsschauplatze erschienen (1642), indem die Factory von Bantam eine Gesandtschaft an den Fürsten von Mataram schickte, zu dem Zwecke, die Insel Banka zu erwerben. Einen directen Angriff auf Batavia erlebte Sultan Ageng nicht mehr, und nach 33jähriger Regierung (1645) starb er und wurde zu Imagiri begraben, wo sein Grab noch heute von den Javanen als Heiligthum verehrt wird.

Nach dessen Tode gelang es endlich dem G.-G. Cornelis van der Lijn mit dessen Nachfolger, Amangku-Rat, im Jahre 1647 Frieden zu schliessen.

Auch in Bantam war der alte Sultan 1651 gestorben, und sein Enkel und Nachfolger, Sultan Ageng Tirtajasa, auch Abu’l Fath, Abdu’l fattâh genannt, nahm sofort nach seiner Thronbesteigung die alte feindliche Haltung wieder an; nicht allein, dass er zahlreiche Räuberbanden nach Batavia schickte, er griff selbst zwei Schiffe der Compagnie an, kurz, alle Mittel des Guerillakrieges wendete er an, so dass im Jahre 1656 die Vertreter der Compagnie sich flüchten mussten. Die Engländer und Dänen unterstützten den Sultan in seinem Widerstande gegen die Holländer; sie gingen zum Angriffe über, obwohl eine englische Flotte aus Europa erschien, mit einem Briefe der Nied. O. I. Compagnie, in welchem ein Bündniss und Frieden mit den Engländern gefordert wurde. Die Niederländer schlossen also mit Bantam Frieden (1664), ohne jedoch bedeutende Vortheile damit zu erzielen. Auch in Mataram spielte die Compagnie in dieser Zeit keine würdige Rolle. Obwohl Amangku Rat wie ein javanischer Nero seinen Tyrannengelüsten freie Zügel schiessen liess, so huldigte die Compagnie ihm doch in auffallender Weise, indem sie jedes Jahr eine Gesandtschaft an seinen Hof schickte, welche ihm jedesmal die bedeutendste Erfindung Europas als Geschenk brachte.

Unterdessen hatten die Makassaren von den Molukken durch ihre Raubzüge die ganze Nordküste Javas geplündert und 1671 in Bantam günstige Aufnahme gefunden, weil der Sultan hoffte, mit ihrer Hülfe seine beiden Rivalen, den Fürsten von Mataram und die Holländer, demüthigen zu können.

Capitän Holsteyn’s unglücklicher Feldzug veranlasste die Compagnie, den Major Poleman (1676) mit 300 Mann nach dem Osten Javas zu schicken, wohin sich die Makassaren zurückgezogen hatten, nachdem sie Bantam wegen Ermordung des Sohnes ihres Häuptlings Kraëng Montemarano verlassen hatten. Poleman eroberte alle Bollwerke der Makassaren, so dass sie sich ins Innere des Landes flüchten mussten. Das Heer des Sultans von Mataram unter Commando von Pangeran Adipati Anom war jedoch nicht im Stande, trotzdem sie ungefähr 60000 Mann stark waren, die vereinigten Maduresen und Makassaren aufzuhalten, die ganze Küste von Ost-Java fiel wieder in die Hände der Maduresen, der Bundesgenossen der Makassaren (bis auf das niederländische Fort Djapara). Der Rath von Indien, Cornelis Speelman, eilte dieser Factory zu Hülfe, und zwar mit 300 europäischen und 400 eingeborenen Soldaten, und auf seinem Zuge verhandelte er mit dem Sultan von Mataram über die Entschädigung, welche ihm für diese Hülfeleistung geleistet werden sollte. Der Gesandte Couper brachte am 28. März 1677 ein solch trauriges Bild von den Zuständen in der Hauptstadt und besonders über die innere Zerfahrenheit und die Streitigkeiten der vier Söhne des Sultans an Speelman, dass er beschloss, den Kampf mit Truna Djaja, dem Anführer der Maduresen, aufzunehmen. Nach einigen vergeblichen Versuchen, die Javanen für den Susuhunan zu gewinnen, eroberte er das Fort des Truna Djaja und schlug seine Truppen in die Flucht, ging dann selbst nach Madura, wo er nur unter grossen Opfern Arisbaja eroberte, und wandte sich dann wieder nach Java, um dem Sultan von Mataram ausgiebige Hülfe gegen die aufständischen benachbarten Provinzen zu bringen. Mataram erfuhr dadurch nur mehr Schaden als Nutzen. Durch das Bündniss mit den Holländern gingen Samarang, Kudu, Pati, Demak zu Truna Djaja, dem Vertheidiger des heiligen Glaubens über, und von dem Sultan, als dem Freund der Kafirs, fielen selbst seine nächsten Verwandten ab, so dass er flüchten musste, bis er endlich bei seinem ältesten Sohne Pangeran Adipat Anom in Bageléen Asyl und Hülfe fand. Truna Djaja hatte nämlich durch seinen Feldherrn Mangku Iuda die Hauptstadt Mataram erobert und sich den Harem, die Pferde, Elephanten, Schatz-Kisten, die Reichsinsignien und die Kanone Satomi nach Kediri bringen lassen. Der Nachfolger Amangku Rat II. hatte trotz der grossen Bedrängnisse von Seiten seiner Vasallen keine anderen Sorgen als die Liebe, während Speelman sich alle Mühe gab, das Reich Mataram nicht untergehen zu lassen, um in seinem Fürsten einen untergebenen Vasallen in Java zu besitzen; nebstdem hatte er dem Sultan bereits 310000 Realen (1 R. = 2½ fl.) vorgeschossen. Der Susuhunan verpflichtete sich also (19. October 1677), alle Häfen der Nordküste, von Krawang angefangen bis an den äussersten Osten, dafür der Compagnie als Pfand zu geben, und erweiterte den factischen Besitz der Compagnie bis an den Fluss Pamanukan im Osten und an den grossen indischen Ocean im Süden. Nebstdem erhielt sie das alleinige Recht von Einfuhr der persischen Teppiche und Verkauf von allem Zucker in den Ländern Djapara, Demak, Grobogan, Pati, Djewana und Kudus. Im Jahre 1678 erhielt Speelman nebstdem das Gebiet der Stadt Samarang und Umgebung. Leider wurde durch den Tod des Gouverneur-General Maessuyker (4. Januar 1678) Speelman von der definitiven Ausführung seiner grossen Pläne abgehalten; er wurde nämlich »zum Directeur-General von dem Handel« ernannt und musste das Commando an den Hauptmann de St. Martin übergeben.

Antonie Hurdt, welcher auf seiner Rückreise von den Molukken in Djapara gelandet war, um sich von dem politischen Zustande von Mittel-Java zu überzeugen, wurde als Civil-Commissar mit de St. Martin als Militär-Commandant nach Ost-Java gesendet, um für das Reich von Mataram zu kämpfen, weil Bantam erst dessen Untergang und danach den von Batavia beschlossen hatte. Nach zahlreichen kleinen Gefechten und langen Märschen im Innern des Landes, das den Europäern noch ganz unbekannt war, gelang es Hurdt, wenn auch mit grossen Verlusten, Kediri zu erobern, die alte Königskrone von Madjopahit und die Reichsinsignien in die Hände zu bekommen und sie dem Fürsten auf den Kopf zu setzen. Die anderen feindlichen Truppen der Makassaren und Maduresen gaben den Holländern noch viel zu thun, bis endlich Truna Djoja (27. December 1679) gefangen genommen und von dem Sultan selbst gekrist[234] wurde. Die javanische Helena, Ratu Blitar, um deren Besitz der Sultan von Mataram alle seine Kriegszüge unternommen hatte, wurde von dem Sultan von Bantam an ihn ausgeliefert, mit dem guten Rath, ihren Liebhaber auf das Verächtliche seiner Stellung als Freund der Kafirs immer und immer hinzuweisen. Dennoch fiel schon 1680 Cheribon in die Macht der Compagnie, und nach einem Vertrag vom 4. Januar 1681 diese Provinz unter denselben Bedingungen wie Mataram unter die Suzeränität der Compagnie. In Bantam hatte der Kronprinz auf Rath französischer und englischer Freunde eine Pilgerfahrt nach Mekka (und nach der Türkei) unternommen und wurde bei seiner Zurückkunft als Sultan Hadji von seinem Vater zum Mitregenten eingesetzt. Bald trachtete er, seinen Vater zur Seite zu schieben, und zwar mit Hülfe des Jacob de Roy, welcher ein desertirter Soldat und Brotbäcker der Compagnie gewesen war, und ihm rieth, die Hülfe der Compagnie anzurufen, als ihn sein Vater Sultan Ageng bei Surasowan belagerte. Bei Tangeran kam es zur entscheidenden Schlacht, und in der ersten Aufwallung seiner Freude wollte Sultan Hadji alle Freunde seines Vaters, die Engländer, Dänen, Franzosen und Portugiesen, aus Bantam vertreiben. Der alte Sultan flüchtete sich nach dem Süden der Provinz (Lebak) und ergab sich freiwillig (1683), nachdem er sein Lustschloss Tirtajasa in der Nacht vom 28. zum 29. December 1682 in die Luft hatte fliegen lassen. Speelman starb 1684, und sein Nachfolger, der Gouverneur-General Camphuis, schloss am 17. April 1684 mit Sultan Hadji einen Vertrag, demzufolge er mit 600000 Ryksdaalers seine Schuld an die Compagnie anerkannte und dafür das alleinige Recht der Ausfuhr von Pfeffer und Einfuhr von persischen Teppichen für Bantam und seine sumatranische Besitzung an die Compagnie gab. Alle diese Contracte wurden natürlich so oft als möglich — gebrochen; selbst der Sultan von Mataram trachtete in dem Aufstande des früheren Sträflings Suropatti das Joch der Niederländer abzuschütteln. Dabei hatten diese viele tausend Soldaten und so manche treffliche Führer, wie Tak, van Vlieth u. s. w. verloren, aber zuletzt musste der Sultan (1689) sich wieder unterwerfen; dabei wurde Cheribon nach europäischem Modell organisirt und die Preanger (1698) verpflichtet, gegen festgesetzte Preise inländische Gewebe, Pfeffer, Indigo, Wachs, Vogelnester, Zimmt und Perlen zu liefern. »Alle Preanger-Menschen seien Unterthanen der Compagnie und dürfen weder untereinander kämpfen noch das Land sich abnehmen, es sei denn auf Befehl des Gouverneur-General.«

Suropatti fuhr indessen fort, sowohl seinem westlichen Nachbar, dem Sultan von Mataram, als seinem östlichen, dem Susuhunan von Balambangan, lästig zu fallen, und Beide wandten sich um Hülfe an die Compagnie. Die Bitte des Sultans von Mataram, dessen Residenz seit den Tagen von Truna Djaja Kartasura war, musste unberücksichtigt bleiben, weil er nicht einmal seine alte Schuld bezahlt hatte, welche auf 1200000 Reals angewachsen war, und als Amangku Rat starb, entstanden in seiner Familie so viel Streitigkeiten, dass die Regierung factisch nicht wusste, wer der eigentliche Sultan war. Pangeran Puger, der Bruder des alten Sultans, blieb mit Hülfe der Compagnie Sieger, wofür er die ganze Provinz Preanger, Cheribon und die östliche Hälfte von Madura zu einem Vasallenstaate der N. Regierung erklärte (5. October 1705).