Der folgende Tag, der 17. October, ein Sonntag, verging ruhiger: Napoleon unterhandelte und versäumte darüber den rechtzeitigen Rückzug.
Am 18. October erfolgte der Hauptangriff der Verbündeten in drei Colonnen auf die Stellung der Franzosen in und um Leipzig: überall, wenn auch unter mörderischem Kampfe siegreich vordringend, hatten sie am Abende dieses Hauptschlachttags die Franzosen von drei Seiten so fest eingeschlossen, daß diesen nur der eine Rückzugsweg nach Westen übrigblieb und Napoleon den Rückzug bereits um 11 Uhr vormittags beginnen ließ.
Am 19. October wurden die Vorstädte Leipzigs erstürmt; die drei verbündeten Monarchen hielten um 1 Uhr mittags ihren Einzug in die Stadt, die Napoleon um 10 Uhr erst verlassen hatte.
Napoleon's Macht hatte den Todesstoß erhalten, Deutschland war frei: der Einzug des Kaisers von Rußland und des Königs von Preußen in Paris am 31. März, Napoleon's Abdankung am 11. April, der Erste Pariser Friede vom 30. Mai 1814 waren Folgen der Völkerschlacht bei Leipzig.
Die »Deutschen Blätter« brachten wol die ersten Nachrichten über die große Entscheidungsschlacht. Sie vermochten dies aber nicht nur deshalb, weil sie das officielle Organ des Hauptquartiers waren, sondern ihr Herausgeber hatte, mit gewohnter Energie den rechten Augenblick erfassend, sich sofort nach schnell nachgesuchter und erhaltener Erlaubniß dem Hauptquartier angeschlossen, und konnte so seinem neu gegründeten Blatte zugleich als erster Berichterstatter über die wichtigste Schlacht des ganzen Kriegs dienen. Brockhaus war Augenzeuge der Schlacht bei Wachau gewesen und sofort nach der Einnahme Leipzigs von Rötha aus in die Stadt geeilt.
Schon am Nachmittag des 18. October sandte er zwei kurze Berichte an Dr. Hain in Altenburg, die dieser am nächsten Morgen sofort durch ein »Extrablatt« (also nicht erst eine Erfindung der neuern Zeit!) dem Publikum mittheilte und in Nr. 5 der »Deutschen Blätter« vom 19. October nochmals abdruckte. Diese Briefe waren in Borna geschrieben, wo auch der Kaiser von Oesterreich und der König von Preußen übernachtet hatten; beide Fürsten begaben sich von hier nach Rötha zum Kaiser von Rußland, um mit diesem zusammen am folgenden Mittag in Leipzig einzuziehen. Brockhaus folgte ihnen mit dem Hauptquartier.
Von Leipzig aus schrieb er gleich am Morgen des 20. October einen längern Bericht über seine Erlebnisse für die »Deutschen Blätter«, der mit der Ueberschrift »Brief an J.« (unter J. ist jedenfalls Jeannette, seine Frau, gemeint) in Nr. 11 vom 21. October veröffentlicht wurde.
Wir theilen daraus unter Weglassung der bekannten Einzelheiten der Schlachttage folgende theils für den Schreiber charakteristische, theils auch sonst interessante Stellen hier mit: