Das zweite ist eine »Geschichte Napoleon Buonaparte's«, deren erste Auflage (1815 in einem Bande) bis zur Ankunft auf Elba reicht, während die zweite umgearbeitete Auflage (1816 und 1817 in zwei Theilen) die Geschichte Napoleon's bis zu seiner Abführung nach Sanct-Helena fortsetzt.

Beide Werke erregten Aufsehen und fanden lebhaften Beifall, da sie von deutsch-patriotischem Standpunkte und mit voller Benutzung der wiedergewonnenen Preßfreiheit geschrieben waren; doch hatte eben deswegen besonders die Geschichte Napoleon's auch harte Angriffe zu bestehen.


Ein drittes größeres Werk über die Zeitgeschichte ist: »Rußlands und Deutschlands Befreiungskriege von der Franzosen-Herrschaft über Napoleon Buonaparte in den Jahren 1812-1815« (4 Theile mit zahlreichen Kupfern und Karten, 1816-1819), verfaßt von Dr. Karl Heinrich Georg Venturini (geb. 1768, gest. 1849), der lange Jahre (1807-1844) als Pastor zu Hordorf im Braunschweigischen wirkte und sich hauptsächlich durch seine »Natürliche Geschichte des großen Propheten von Nazareth« (4 Theile, Bethlehem, d. i. Jena, 1806) bekannt gemacht hat, durch das hier vorgeführte Werk und die Fortsetzung der von Bredow begonnenen »Chronik des neunzehnten Jahrhunderts« (34 Bände, Altona und Leipzig 1808-1837) sich aber auch als Geschichtschreiber einen geachteten Namen erwarb. Nicht zu verwechseln mit ihm ist sein als Militärschriftsteller und Strateget bekannter jüngerer Bruder Johann Georg Julius Venturini, braunschweigischer Offizier (geb. 1772, gest. 1802).

Der erste Theil dieser Schilderung der Befreiungskriege behandelt den Krieg in Rußland 1812, der zweite den in Deutschland 1813, der dritte den Krieg in Frankreich und Italien 1814, der vierte den »Krieg im Niederlande, Frankreich und Italien«.


Speciell den Krieg in Rußland betrifft das Werk: »A narrative of the campaign in Russia in 1812« von dem als Hofmaler des Kaisers Alexander in Petersburg lebenden Engländer Robert Ker Porter (geb. 1774, gest. 1842), welches in einer Uebersetzung unter dem Titel: »Der russische Feldzug im Jahre 1812« von Dr. Paul Ludolf Kritz (geb. 1788, gest. 1869 als Oberappellationsrath in Dresden) 1815 bei Brockhaus erschien.


Zu dem geschichtlichen Verlage gehört endlich noch eine kriegsgeschichtliche Zeitschrift, die Brockhaus in Verbindung mit dem sächsischen Oberlandfeldmesser und frühern Offizier Wilhelm Ernst August von Schlieben, von dem er gleichzeitig das früher erwähnte Werk: »Die Elemente der reinen Mathematik« verlegte, im Jahre 1817 begann.

Bei seiner Vorliebe für journalistisch-encyklopädische Unternehmungen suchte er in dieser Zeitschrift einen Mittelpunkt für die betreffende Literatur zu schaffen. Er veröffentlichte den wohldurchdachten, von genauer Kenntniß der Verhältnisse zeugenden Plan in einer »im April 1816« datirten, von ihm unterzeichneten Ankündigung in den »Deutschen Blättern«, die mit der Bemerkung: »Auch als Vorrede zum ersten Bande zu betrachten«, vor diesem wieder abgedruckt ist. Sie lautet: