Blicken wir vorher noch einmal zurück auf die anderthalb Jahre, welche Brockhaus seit dem Tode seiner Frau bis zur Festsetzung in Altenburg verlebte, so erfüllt uns gewiß ebenso reges Mitleid mit seinen Schicksalen als volle Anerkennung der Energie, mit der er diese zu überwinden verstand. Er hatte die schwersten innern Kämpfe zu bestehen und gleichzeitig um seine äußere Existenz zu ringen, aber aus beiden Kämpfen ging er endlich doch siegreich hervor. Seinen Hauptzweck: das amsterdamer Geschäft zu verkaufen und sich bleibend in Deutschland niederzulassen, hatte er wenn auch mit schweren Opfern erreicht; er hatte mit der Vergangenheit abgeschlossen und konnte ein neues Leben beginnen.


[Vierter Abschnitt.]
In Altenburg.


[1.]
Neues Leben.

Mit der Rückkehr von der leipziger Buchhändlermesse nach Altenburg im Mai 1811 beginnt ein neuer Abschnitt in Brockhaus' Leben und Wirken.

Ein von ihm am 21. Mai geschriebener Brief, an Bornträger, der zur vollständigen Abwickelung der alten Verhältnisse noch in Amsterdam geblieben war, zeugt nach langer Zeit zum ersten male wieder von besserer Stimmung, von wiedergewonnenem Vertrauen auf die eigene Kraft und von energischer Wiederaufnahme der verlegerischen Thätigkeit.